Risikomanagement

Swiss Life verfügt über ein ganzheitliches, wertorientiertes Risikomanagement. Dieser Ansatz umfasst quantitative wie auch qualitative Elemente und dient dem Schutz der Kundengelder sowie dem optimalen Einsatz des Risikokapitals. Dies geschieht unter Einhaltung der regulatorischen Anforderungen und unter Berücksichtigung des anspruchsvollen wirtschaftlichen Marktumfelds.

Das Risikomanagement ist ein zentraler Bestandteil des Führungsprozesses der Swiss Life-Gruppe. Die zuständigen Gremien der Konzernleitung und des Verwaltungsrats überwachen und steuern die Risiken kontinuierlich. Die im Rahmen des Risikomanagements getroffenen Entscheidungen fliessen in den jährlichen Planungsprozess ein. Einerseits handelt es sich um die qualitativen Einschätzungen aus der Strategiebetrachtung aufgrund der operationellen Risiken und des internen Kontrollsystems (IKS). Andererseits werden darin quantitative Elemente für jede Versicherungseinheit wie die Risikobudgetierung und die Anlagestrategie aus dem Asset and Liability Management abgedeckt. Aufgrund der Risikofähigkeit und der Risikoneigung werden in den einzelnen Geschäftseinheiten Limiten für die eingegangenen finanziellen Risiken unter Berücksichtigung regulatorischer Vorschriften bestimmt, entlang denen die Anlageziele angestrebt werden. Nachfolgend werden die qualitativen Elemente im Risikomanagement vorgestellt und erörtert. Ausführungen zum Prozess der Risikobudgetierung und des Asset and Liability Management sind im Anhang 5 (Grundsätze und Verfahrensweisen im Risikomanagement) zur konsolidierten Jahresrechnung dargelegt.
STRATEGISCHES RISIKOMANAGEMENT
Um vor dem Hintergrund des aktuell sehr anspruchsvollen wirtschaftlichen Marktumfelds mit den strategischen Risiken angemessen umgehen zu können, wendet Swiss Life strukturierte Verfahren an. Im Rahmen des strategischen Risikomanagements bindet Swiss Life alle Informationen über Risiken und die entsprechenden Renditemöglichkeiten in die strategischen Entscheidungen ein. Das Zusammenspiel einzelner Risiken gründlich zu verstehen, ist eine Voraussetzung dafür, dass risikobeeinflussende Umstände bereits bei der Strategieentwicklung berücksichtigt und entsprechend gesteuert werden können.

OPERATIONELLES RISIKOMANAGEMENT UND INTERNES KONTROLLSYSTEM
Das operationelle Risikomanagement (ORM) von Swiss Life verwendet Methoden und Prozesse, die der Identifikation, Beurteilung und Steuerung beziehungsweise Vermeidung operationeller Risiken dienen. Das ORM definiert operationelles Risiko als die Gefahr von Verlusten, die infolge einer Unzulänglichkeit oder des Versagens interner Verfahren (Prozesse), von Menschen und Systemen oder infolge externer Ereignisse eintreten. Das interne Kontrollsystem (IKS) von Swiss Life ist die Gesamtheit der vom Verwaltungsrat und von der Konzernleitung angeordneten Vorgänge, Methoden und Massnahmen, die dazu dienen, einen ordnungsgemässen Ablauf des betrieblichen Geschehens sicherzustellen. Im Zentrum stehen dabei die Zuverlässigkeit der finanziellen Berichterstattung, die Wirksamkeit von Geschäftsprozessen sowie die Befolgung von Gesetzen und Vorschriften, die zum Schutz des Unternehmensvermögens erlassen worden sind.

Kapitalbewirtschaftung
sCHWEIZER SOLVENZtest
Der Schweizer Solvenztest (SST) stellt die neue Schweizer Gesetzgebung dar, welche die Kapitalanforderungen von Versicherungsunternehmen und -gruppen regelt. Er trat 2006 im Rahmen des überarbeiteten Versicherungsaufsichtsgesetzes und der entsprechenden Versicherungsaufsichtsverordnung in Kraft und begründete während einer fünfjährigen Übergangsperiode lediglich eine Meldepflicht, bevor er schliesslich am 1. Januar 2011 verbindlich wurde. Der SST bildet ein prinzipienbasiertes Rahmenwerk mit dem Hauptziel, das erforderliche Kapital den zugrunde liegenden Risiken anzupassen. Die Anforderungen des SST basieren auf dem Verständnis, dass die Versicherungsunternehmen ihre Verpflichtungen gegenüber den Versicherungsnehmern selbst unter schwierigen Umständen erfüllen. Die Swiss Life-Gruppe bestimmt das vorhandene und das erforderliche Kapital des SST anhand eines internen Modells, das der FINMA zur Genehmigung vorzulegen ist. Basierend auf diesem Modell, das von der FINMA noch geprüft wird, erfüllt Swiss Life die Kapitalanforderungen.

ÖKONOMISCHES KAPITAL
Der Wert einer Lebensversicherungsgesellschaft setzt sich aus Sicht der Aktionäre aus dem ökonomischen Eigenkapital und dem Barwert künftiger Gewinne zusammen. Die optimale Höhe des ökonomischen Kapitals eines Versicherungsunternehmens zur Wertmaximierung ergibt sich aus der Abstimmung zwischen Leistungen und Kosten. Die Swiss Life-Gruppe verfolgt im Risikomanagement und bei der Kapitalbewirtschaftung einen ganzheitlichen Ansatz. Das ökonomische Risikokapital wird für jeden grossen Geschäftsbereich nach der Bottom-up-Methode bestimmt. Dabei werden Markt-, Ausfall- und Versicherungsrisiken berücksichtigt. Diese Risiken werden anhand von Verlustverteilungen zu einem vorgegebenen Risikomass berechnet. Die gesamten Kapitalanforderungen werden anhand entsprechender Diversifikationsvorteile in den genannten Risikokategorien bestimmt.

Einzelne Elemente des nach der Bottom-up-Methode bestimmten Risikokapitals der Geschäftsbereiche werden monatlich zur Schätzung der Solvabilitätslage nach SST beigezogen. Die Kalibrierung erfolgt anhand der umfassenden SST-Berechnungen zum Kalenderjahresbeginn sowie zur Jahresmitte.

Ökonomische und statutarische Kapitalbeschränkungen sowie das Gewinnziel sind die wichtigsten Bestandteile bei der Risikobudgetierung. Auf Basis der Risikobudgets legt das Group Risk Committee der Konzernleitung die Risikolimiten für jedes Land und jeden Geschäftsbereich fest. Die Einhaltung dieser Limiten wird monatlich überprüft.

Ratingkapital von Standard & Poor’s
Im Zusammenhang mit den angestrebten Ratingzielen hat Swiss Life ein Zielkapital definiert. Im Modell von Standard & Poor’s, das auf dem risikobasierten Versicherungskapital beruht, wird das Total Adjusted Capital (TAC) als Mass für das verfügbare Kapital genommen, über das ein Unternehmen zur Abdeckung seines Kapitalbedarfs verfügen muss. Dem TAC steht das Kapital gegenüber, das für die angestrebte Ratingkategorie erforderlich ist (Zielkapital). Bei diesem auf Faktoren beruhenden Modell werden unter anderem Versicherungsrisiken, die Volatilität von Vermögenswerten und Ausfallrisiken herangezogen. Neben der Eigenkapitaladäquanz misst Standard & Poor’s im Rahmen der Kapitalanalyse ausserdem die Qualität des Kapitals hinsichtlich verschiedener Aspekte wie Hebelwirkung von Fremd- und Hybridkapital oder Rückversicherung. Im April 2012 hat Standard & Poor’s den operativen Fortschritten von Swiss Life Rechnung getragen und das Rating der Swiss Life AG auf A– mit einem stabilen Ausblick erhöht.

In Einklang mit der aktiven Kapitalbewirtschaftung verwendet die Swiss Life-Gruppe hybride Finanzinstrumente zur Optimierung ihrer Kapitalstruktur.