«Unsere Teams im Investment Management haben einen hervorragenden Job gemacht. Die Resultate reflektieren unser äusserst professionelles Asset and Liability Management sowie die Substanz unseres Anlageportfolios – insbesondere unsere bewährte Expertise in den Anlagekategorien Obligationen und Immobilien positioniert uns vorteilhaft.»


«Unsere operativen Fortschritte machen mich stolz»

Keine spektakulären Sprünge, sondern konstant harte Arbeit brachte Swiss Life im Jahr 2011 weitere operative Fortschritte und eine erneute Gewinnsteigerung. Group CEO Bruno Pfister setzt auf profitables Wachstum und rechnet in naher Zukunft nicht mit Rückenwind von den Finanzmärkten.

2011 war politisch wie wirtschaftlich ein turbulentes Jahr. Swiss Life weist dennoch einen stattlichen Reingewinn aus. Wie ist das gelungen?
Natürlich waren die Unsicherheiten am Finanzmarkt, der schwache Euro und die volatilen Märkte auch für uns eine enorme Herausforderung. Wir hatten jedoch mit der Lancierung unseres Unternehmensprogramms MILESTONE bereits 2009 die Weichen gestellt, um unsere Ertragsstärke zu sichern. Richtigerweise gingen wir bereits damals von nicht allzu viel Rückenwind für unser Geschäft aus. Natürlich konnten auch wir uns den negativen Effekten der letzten drei Jahre nicht vollständig entziehen. Doch immerhin – mit MILESTONE haben wir die richtigen Antworten gefunden, um die Nachteile grösstenteils zu kompensieren.

Was haben Sie konkret mit MILESTONE erreicht?
Swiss Life hat ihre MILESTONE-Pläne diszipliniert umgesetzt. Ein Beispiel dafür ist unsere verbesserte Kostensituation: Unser ambitioniertes Kostenmanagement hat dazu geführt, dass Swiss Life die 2009 angekündigten Kosteneinsparungen bereits per Ende 2011 erreicht hat. Gegenüber 2008 vermochte Swiss Life somit ihre Kosten um über CHF 400 Millionen zu senken. Dahinter steckt harte Arbeit.Unsere operativen Fortschritte, die letztlich auf das Konto unserer engagierten Mitarbeitenden gehen, machen mich stolz. MILESTONE war für uns aber immer mehr als ein Kostensenkungsprogramm. Ziel war es, unser Geschäftsmodell widerstandsfähiger zu machen. So bauten wir im Neugeschäft den Anteil an Risiko- und modernen Vorsorgeprodukten auf 70% aus. Auch hier haben wir das für 2012 gesteckte Ziel bereits erreicht. Zudem ist es uns gelungen, in strategisch wichtigen Geschäftsfeldern zu wachsen.

Sie betonen stets, nicht einfach wachsen, sondern profitabel wachsen zu wollen. Was steckt dahinter?
Unser Credo lautet: kein Wachstum um jeden Preis. Im Vorsorgemarkt ist es relativ einfach, Prämienvolumen zu generieren. Man schraubt Garantien und Versprechen in die Höhe oder steigert die Provisionen für den Vertrieb. Kurzfristig lässt sich so punkten – mittelfristig ist dies aus unternehmerischer Sicht allerdings unverantwortlich. Da machen wir als Swiss Life nicht mit. Wir peilen das Beste aus «beiden Welten» an – nämlich profitables Wachstum. Und das tun wir mit Erfolg: Insgesamt gelang es Swiss Life, die Qualität der Prämieneinnahmen 2011 erneut deutlich zu verbessern.

Swiss Life weist mit einer Nettoanlagerendite von 3,8% ein starkes Anlageresultat aus. Wie ist das trotz Unsicherheit an den Finanzmärkten gelungen?
Unsere Teams im Investment Management haben einen hervorragenden Job gemacht. Die Resultate reflektieren unser äusserst professionelles Asset and Liability Management sowie die Substanz unseres Anlageportfolios – insbesondere unsere bewährte Expertise in den Anlagekategorien Obligationen und Immobilien positioniert uns vorteilhaft. Das stimmt mich für die Weiterentwicklung unserer Gruppe sehr optimistisch. Wir bleiben dadurch für unsere Kundinnen und Kunden ein erfolgreicher, zuverlässiger Partner.

Die unsicheren Zeiten haben in der Schweiz dazu geführt, dass Firmenkunden vermehrt das Vollversicherungsmodellnachfragen. Stimmt diese Einschätzung?
Der volatile Finanzmarkt der letzten Jahre hat den Firmenkunden in der Schweiz vor Augen geführt, wie wertvoll eine Vollversicherungslösung von Swiss Life ist. Wir gelten als sicherer Hafen. Entsprechend gross war auch die Nachfrage im Jahr 2011. Im Gegensatz dazu haben sich viele Pensionskassen und Bankenlösungen als weniger sicher erwiesen und befinden sich zum Teil in Unterdeckung – mit allen Nachteilen für die Mitarbeitenden und deren Arbeitgeber. Unsere sicheren Lösungen leisten einen sozialpolitisch wichtigen Beitrag zur Stabilität des Vorsorgesystems. Dem gilt es Sorge zu tragen.

Fortschritte verzeichnen Sie auch bei AWD. Wie sieht Ihre Einschätzung aus?
Die operativen Fortschritte von AWD von heute sind unbestritten. Insbesondere im AWD-Kernmarkt Deutschland stehen wir auch im Konkurrenzvergleich ausgezeichnet da. Auch in England entwickelt sich AWD gut. Noch nicht da, wo wir stehen wollen, sind wir in Österreich und Osteuropa. Hier steht uns noch ein grosses Stück Arbeit bevor. Juristische Altlasten in Deutschland und Österreich machen unsere Aufgabe noch anspruchsvoller. Doch vergessen wir nicht: Seit dem Kauf von AWD haben wir zwei Wirtschaftskrisen gut überstanden, die nicht nur uns zu schaffen machten, sondern der ganzen Finanzdienstleistungsbranche. Die strategische Bedeutung von AWD bleibt für Swiss Life mittel- und langfristig unverändert: Zum einen diversifizieren wir mit AWD unsere Ertragsquellen, zum anderenprofitiert Swiss Life von der enormen zusätzlichen Vertriebskraft von AWD, um eigene Topprodukte und -lösungen auf den Markt zu bringen.

Sie arbeiten an Ihren Plänen für die Jahre 2013 bis 2015. Wann sind diese spruchreif?
Das Erreichen der MILESTONE-Ziele hat für uns im Jahr 2012 Priorität. Und auch wenn wir MILESTONE als Programm dieses Jahr zu Ende bringen werden, so bleiben seine Grundpfeiler Teil unserer Unternehmens-DNA. Wir werden uns also auch künftig danach ausrichten, mehr Nutzen für den Kunden zu schaffen und gleichzeitig ökonomisch notwendige Margen zu erzielen. Ebenso konzentrieren wir uns weiterhindarauf, die Wirksamkeit unserer unterschiedlichen Vertriebskanäle auszubauen und innerhalb von Swiss Life die Qualität unserer Dienstleistungen am Kunden zu verbessern. Auch müssen wir laufend an unserer Effizienz arbeiten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Zurzeit sind wir mit unseren Management-Teams daran, auf der Grundlage des in den letzten Jahren Erreichten neue Ziele und Ambitionen zu definieren. Wir werden unsere diesbezüglichen Pläne und Ideen im Rahmen des kommenden Investorentags vom 28. November 2012 der Öffentlichkeit vorstellen.

 

So fängt Zukunft an.