5 Grundsätze und Verfahrensweisen im Risikomanagement

Das Kerngeschäft der Gruppe ist das Lebensversicherungs- und Vorsorgegeschäft. Ein Lebensversicherungs- und Vorsorgevertrag stellt eine langfristige Zusage gegenüber dem Versicherungsnehmer dar. Um ihre künftigen Zahlungsverpflichtungen gegenüber den Versicherungsnehmern zu erfüllen, müssen die Versicherungsgesellschaften der Gruppe über einen langen Zeitraum hinweg finanziell stabil sein. Ob sie in der Lage sind, finanziell gesund und stark zu bleiben, hängt von verschiedenen Risikofaktoren ab. Das Risikospektrum der Gruppe lässt sich in erster Linie in finanzielle, versicherungsbezogene, strategische und operationelle Risiken unterteilen. Jede dieser Risikokategorien kann Auswirkungen auf die finanzielle Stabilität der Gruppe haben.

Risiken müssen vor Ort erkannt, beurteilt, bewältigt und überwacht werden. Auf konsolidierter Basis werden halbjährliche Berichte über das Zinsänderungs-, Aktienkurs-, Währungs-, Ausfall- und Versicherungsrisiko erstellt. Darüber hinaus wird für die grössten Bereiche des Versicherungsgeschäfts monatlich über Marktrisiken und finanzielle Risikolimiten berichtet. Strategische und operationelle Risiken werden jährlich beurteilt und ausgewiesen.

Die Risikobereitschaft der grössten Bereiche des Versicherungsgeschäfts wird mit Hilfe lokaler Risikobudgets definiert, die als Grundlage für die Festlegung der einzelnen Risikolimiten benutzt werden. Diese Limiten dienen als Rahmen für das Asset and Liability Management, dessen Ziel darin besteht, eine strategische Asset Allocation und ein Verteilungssystem für alle Anspruchsgruppen festzulegen.

Risikomanagement-Funktionen werden auf mehreren Ebenen von verschiedenen Gremien der Swiss Life-Gruppe wahrgenommen, zum Beispiel durch den Anlage- und Risikoausschuss auf der Ebene des Verwaltungsrats der Swiss Life-Gruppe und das Group Risk Committee auf der Ebene der Konzernleitung der Swiss Life-Gruppe. Die Risikomanagement-Funktionen auf Ebene der einzelnen Geschäftsfelder der Swiss Life-Gruppe sind entsprechend organisiert.

Das Group Risk Management erstellt einen konsolidierten Risikobericht, in dem die wesentlichen quantitativen Elemente des Risikomanagements der Geschäftsfelder der Swiss Life-Gruppe zusammengefasst sind.

Nachstehend wird zunächst der Prozess der Risikobudgetierung und des Asset and Liability Management dargestellt. Anschliessend wird ausführlich auf die wichtigsten Risikokategorien eingegangen, mit denen die Swiss Life-Gruppe konfrontiert ist.


 
5.1 VERTRÄGE AUF RECHNUNG UND RISIKO VON KUNDEN DER SWISS LIFE-GRUPPE

Die Vermögenswerte im Zusammenhang mit bestimmten Lebensversicherungs- und Kapitalanlageverträgen werden auf Rechnung und Risiko von Kunden der Swiss Life-Gruppe verwaltet (Separate-Account-Verträge, fondsgebundene Verträge und Private Placement Life Insurance). Sie werden ausgesondert und gemäss den spezifischen Anlagezielen der Versicherungsnehmer verwaltet. Mit diesen Vermögenswerten werden die Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft und die finanziellen Verbindlichkeiten unterlegt, die sich aus den genannten Verträgen ergeben. Der Fair Value der Verbindlichkeiten spiegelt den Fair Value der Vermögenswerte wider. Bestimmte Verträge mit Merkmalen einer Fondsbindung enthalten garantierte Mindestversicherungsleistungen. Die Verbindlichkeiten, die mit diesem Teil im Zusammenhang stehen, sind in den Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft enthalten.

Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus Separate-Account-Verträgen bzw. fondsgebundenen Verträgen und im Zusammenhang mit Private Placement Life Insurance sind von den Erwägungen der Swiss Life-Gruppe zum Management finanzieller Risiken generell ausgeschlossen, soweit die Risiken von den Kunden getragen werden.

VERMÖGENSWERTE AUF RECHNUNG UND RISIKO VON KUNDEN DER SWISS LIFE-GRUPPe
Mio. CHF 
Anhang  31.12.200931.12.2008
Flüssige Mittel
  1 9101 287
Derivate
9  106
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte
 
Zinsinstrumente
10  5 0773 120
Aktien
10  2 616805
Anlagefondsanteile
10  7 3555 723
Übrige
10  1 6931 484
Total Vermögenswerte auf Rechnung und Risiko von Kunden der Swiss Life-Gruppe
  18 66112 425


VERBINDLICHKEITEN AUF RECHNUNG UND RISIKO VON KUNDEN DER SWISS LIFE-GRUPPe
Mio. CHF 
Anhang  31.12.200931.12.2008
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
10  15 1019 727
Kapitalanlageverträge
19  2 7881 725
Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft
22  742952
Total Verbindlichkeiten auf Rechnung und Risiko von Kunden der Swiss Life-Gruppe
  18 63112 404


Das Finanzergebnis für die auf den 31. Dezember abgeschlossenen Geschäftsjahre auf Rechnung und Risiko der Swiss Life-Gruppe sowie auf Rechnung und Risiko von Kunden der Swiss Life-Gruppe stellte sich wie folgt dar:

Mio. CHF 
  Auf Rechnung und Risiko der Swiss Life-GruppeAuf Rechnung und Risiko von Kunden der Swiss Life-Gruppe Total
  200920082009200820092008
Ertrag aus Kapitalanlagen
  4 2074 563004 2074 563
Gewinne/Verluste auf finanziellen Vermögenswerten (netto)
  –118–6 0100–118–6 010
Gewinne/Verluste auf erfolgswirksam zum Fair Value (FVPL) bewerteten Finanzinstrumenten (netto)
  291 1 790 24 63 315 1 853
Gewinne/Verluste auf Investitionsliegenschaften (netto)
  184194184194
Ergebnisanteile an assoziierten Unternehmen
  6–1496–149
Finanzergebnis
  4 57038824634 594451
 
Das Finanzergebnis auf Rechnung und Risiko von Kunden der Swiss Life-Gruppe besteht aus
 
Gewinnen/Verlusten auf erfolgswirksam zum Fair Value (FVPL) bewerteten finanziellen Vermögenswerten (netto)
  1 512 –3 060
Gewinnen/Verlusten auf erfolgswirksam zum Fair Value (FVPL) bewerteten finanziellen Verbindlichkeiten (netto)
  –1 488 3 123



 
5.2 BUDGETIERUNG VON RISIKEN UND FESTLEGUNG VON LIMITEN

Risikofähigkeit und Risikobereitschaft in der Versicherungstätigkeit der Swiss Life-Gruppe werden primär anhand wirtschaftlicher Prinzipien festgelegt. Daher werden die Marktwerte oder bestmöglichen Schätzungen sowohl von Vermögenswerten als auch von Verbindlichkeiten ermittelt, indem die von diesen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten generierten Mittelflüsse mit einem angemessenen Diskontsatz abgezinst werden. Das verfügbare Risikokapital entspricht der Differenz zwischen dem wirtschaftlichen Wert der Vermögenswerte und demjenigen der Verbindlichkeiten. Das verfügbare Risikokapital dient zur Deckung der verschiedenen Risiken, mit denen die Swiss Life-Gruppe in ihrer Versicherungstätigkeit konfrontiert ist. Die letzte Entscheidung über die Risikobereitschaft der einzelnen Versicherungsbereiche liegt bei der Konzernleitung.

Zur Steuerung und Begrenzung der eingegangenen Risiken werden Risikolimiten und Limiten für das Exposure festgelegt. Diese Limitensysteme und -prozesse werden so gewählt, dass die Sublimiten nicht gleichzeitig voll zum Tragen kommen.

Diese Limiten betreffen vor allem das allgemeine Marktrisiko, das Ausfallrisiko und insbesondere das Zinsänderungsrisiko sowie das Währungs- und Aktienkursrisiko.


 
5.3 Asset and liability management (ALM)

Der ALM-Prozess soll in erster Linie sicherstellen, dass die Versicherungsbereiche der Swiss Life-Gruppe ihre Zusagen gegenüber Versicherungsnehmern jederzeit erfüllen können und dass gleichzeitig die Aktionäre angemessen für die Bereitstellung von Risikokapital entschädigt werden. Auf der Grundlage der ökonomischen Prinzipien des Risikomanagements sowie der im Rahmen der Risikobudgetierung festgelegten Risikobereitschaft umfasst das ALM folgende Hauptaktivitäten: strategische Asset Allocation und Ausschüttungspolitik für die Erträge aus den Kapitalanlagen.

Der ALM-Prozess wird auf Gruppenebene zentral koordiniert durch lokale Asset and Liability Management Committees, die mit Vertretern des lokalen höheren Kaders besetzt sind, sowie durch Vertreter der Gruppenebene. Für die Umsetzung der Entscheidungen sind die Einheiten vor Ort verantwortlich. Der Prozess erfordert die Beteiligung der zuständigen Investment-Management-, Finanz-, Aktuariats- und Risikofunktionen.

BERÜCKSICHTIGUNG EXTERNER BESCHRÄNKUNGEN — Neben der rein ökonomischen Sicht sind im ALM-Prozess auch andere Aspekte zu berücksichtigen, zum Beispiel aufsichtsrechtliche Anforderungen wie die gesetzliche Mindestausschüttungsquote («Legal Quote»), der Finanzierungsgrad, die Solvabilität, lokale Rechnungslegungsvorschriften und International Financial Reporting Standards, Liquiditätsbedarf und angestrebte Ratings. Einige dieser Gesichtspunkte können zu Ergebnissen führen, die mit dem ökonomischen Ansatz nicht in Einklang stehen, aber dennoch zu berücksichtigen sind.

Je nach aufsichtsrechtlichem Rahmen für die Versicherungstätigkeit der Swiss Life-Gruppe sind die Vermögensportfolios gegebenenfalls entsprechend den verschiedenen Kategorien von Versicherungsprodukten aufzuteilen. Die Vermögensportfolios der Versicherungsbereiche in der Schweiz wurden zwischen Einzel- und Kollektiv-Lebensversicherung aufgeteilt. Daher spiegelt sich diese Aufteilung auch im ALM-Prozess wider.

Strategische asset allocation — Die strategische Asset Allocation ist die Hauptaufgabe des ALM-Prozesses. Sie dient der effizienten Allokation des Risikokapitals, d. h. dazu, die Erträge aus dem Vermögensportfolio für das im Rahmen der Risikobudgetierung definierte verfügbare Risikokapital zu optimieren, wobei alle bekannten Einschränkungen zu berücksichtigen sind.

Höhe und Zeitpunkt der Zahlungen stehen bei den meisten Verbindlichkeiten weitgehend fest, und die zugrunde liegenden Annahmen werden regelmässig überprüft. Die entsprechenden Vermögensportfolios bestehen überwiegend aus festverzinslichen Instrumenten. Auf diese Weise werden die Auswirkungen von Zinsschwankungen und der Einsatz von Risikokapital strategisch unter dem Gesichtspunkt Risiko/Rendite optimiert, und es ist sichergestellt, dass die Versicherungsnehmer die zugesagten Leistungen erhalten. Versicherungsnehmer profitieren von den sich hieraus ergebenden Anlageerträgen in Form einer ermessensabhängigen Überschussbeteiligung, während Aktionäre von einer Wertsteigerung ihrer Investition in die Swiss Life-Gruppe profitieren.

Die strategische Asset Allocation wird daher anhand der individuell bestehenden Zusagen und der Risikofähigkeit der Versicherungsbereiche der Swiss Life-Gruppe festgelegt. Die strategische Asset Allocation wird mindestens einmal jährlich überprüft und bei Bedarf angepasst.

Der ALM-Prozess wurde in allen relevanten Versicherungsbereichen der Swiss Life-Gruppe angewandt.

AUSSCHÜTTUNGSPOLITIK — Die Ausschüttungspolitik strebt nach einem Interessenausgleich zwischen den verschiedenen Anspruchsgruppen. Kunden mit traditionellen Lebensversicherungsverträgen bevorzugen eine garantierte Mindestverzinsung in Verbindung mit einer re gelmässigen und adäquaten ermessensabhängigen Überschussbeteiligung, während die Aktionäre mehr Wert auf angemessene Erträge im Verhältnis zu dem von ihnen getragenen Risiko legen. Es wurden interne Richtlinien formuliert, welche die Grundsätze für die Zuweisung von Überschussbeteiligungen der Versicherungsnehmer im Hinblick auf Jahres- und Schlussüberschussbeteiligungen festlegen. Für die Swiss Life-Gruppe liegt der Schwerpunkt auf der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells und dem Ausgleich zwischen den Erwartungen von Versicherungsnehmern und Aktionären.

Bei der Festlegung der Ausschüttungspolitik sind externe Beschränkungen zu beachten. Wichtige Elemente, die diese Ausschüttungspolitik beeinflussen, sind die garantierte Mindestverzinsung und die gesetzliche Mindestausschüttungsquote («Legal Quote»), die stark vom aufsichtsrechtlichen Umfeld abhängen, in dem die Versi- cherungsbereiche der Swiss Life-Gruppe tätig sind.

PRODUKTGESTALTUNG — Die Ziele des Risikomanagements werden von Produktgestaltungsgrundsätzen unter mauert. Bei der Produktgestaltung wird festgelegt, welche Garantien und Leistungen in einem bestimmten Produkt enthalten sein sollen, um den Anforderungen und Erwartungen der Kunden gerecht zu werden. Die hierbei verwendeten versicherungsmathematischen Grundlagen müssen gewährleisten, dass jedes einzelne Produkt einen ausreichenden Deckungsbeitrag leistet. Um sicherzustellen, dass die Vorgaben der Gruppe eingehalten werden, wurden Produktmanagement- und Zeichnungsrichtlinien eingeführt, die der Harmonisierung der lokalen Richtlinien dienen und deren Übereinstimmung mit den Richtlinien der Gruppe gewährleisten sollen. Da die Gruppe in verschiedenen Ländern tätig ist, unterliegt sie den in den einzelnen Ländern geltenden aufsichtsrechtlichen Beschränkungen, die wiederum Auswirkungen auf die Organisation und die Produktpalette der jeweiligen Geschäftseinheit haben können. Diese Beschränkungen müssen stets eingehalten werden.


 
5.4 ZIELE UND GRUNDSÄTZE DES MANAGEMENTS FINANZIELLER RISIKEN

Durch ihre finanziellen Vermögenswerte, finanziellen Verbindlichkeiten (vor allem Kapitalanlageverträge sowie Anleihen und Darlehensverpflichtungen), Guthaben aus Rückversicherung und Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft ist die Gruppe finanziellen Risiken ausgesetzt. Das wichtigste finanzielle Risiko besteht darin, dass die Erlöse aus den finanziellen Vermögenswerten nicht ausreichen, um die Verpflichtungen zu finanzieren, die sich aus den Versicherungs- und den Kapitalanlageverträgen sowie aus Anleihen und Darlehensverpflichtungen und anderen Verbindlichkeiten ergeben. Die Hauptkomponenten des finanziellen Risikos sind Zinsänderungs-, Aktienkurs-, Ausfall-, Währungs- und Liquiditätsrisiko.

Durch die oben beschriebene Budgetierung von Risiken und Festlegung von Limiten wird sichergestellt, dass Zinsänderungs-, Aktienkurs-, Währungs- und Ausfallrisiko unter Kontrolle bleiben. Die entsprechenden Limiten für Markt-, Zinsänderungs-, Währungs- und Ausfallrisikokapital sowie die Limiten für das Exposure bei Währungen und Aktien (netto) werden für jedes relevante Versicherungsgeschäft auf Grundlage der Risikobereitschaft festgelegt. Diese Limiten werden monatlich überprüft und in einem Bericht zusammengefasst.

VERBINDLICHKEITEN AUS DEM VERSICHERUNGSGESCHÄFT MIT EINGEBETTETEN DERIVATEN, DIE NICHT SEPARAT ERFASST UND ZUM FAIR VALUE BEWERTET WERDEN
Mio. CHF 
  31.12.200931.12.2008
Zinsänderungsrisiko
  86 13584 744
Aktienkursrisiko
  2
Elimination von Doppelzählungen
  –2
Total Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft mit eingebetteten Derivaten, die nicht separat erfasst und zum Fair Value bewertet werden
  86 135 84 744
Übrige Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft
  5 4405 328
Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft auf Rechnung und Risiko von Kunden der Swiss Life-Gruppe
  742952
Total Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft
  92 31791 024


Hedging — Die Swiss Life-Gruppe nutzt Derivate innerhalb der strengen Grenzen der geltenden Versicherungsgesetze und der internen Richtlinien. In erster Linie werden Derivate verwendet, um die Risiken aus dem Exposure bei Beteiligungspapieren, Zinssätzen, Gegenparteien und Wechselkursen zu steuern. Zu den wichtigsten Instrumenten zählen hierbei Index-Futures und Optionsstrukturen in Aktienmärkten, Bond-Futures und Swaps zur Steuerung der Duration, Devisentermingeschäfte zur Steuerung des Währungsrisikos sowie Credit-Default-Swaps zur Steuerung des Gegenparteirisikos. Innerhalb bestimmter Grenzen dienen Derivate zur Erhöhung der Erträge des bestehenden Portfolios. Die Derivatetypen, deren Einsatz in der Swiss Life-Gruppe generell zulässig ist, sowie die Liste der verfügbaren ausserbörslichen Handelspartner wurden vom Group Risk Committee genehmigt.

Hedgingstrategien beinhalten die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen («Hedge Accounting») sowie wirtschaftliche Absicherungen («Economic Hedging»). Letztere umfassen finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten, die ein Risiko mit Derivaten teilen und zu entgegengesetzten Veränderungen des Fair Value führen, welche sich meist gegenseitig aufheben.

ZINSÄNDERUNGSRISIKO BEI FINANZINSTRUMENTEN UND VERSICHERUNGSVERTRÄGEN — Die Gruppe ist hauptsächlich zwei Arten von Zinsänderungsrisiken ausgesetzt: einerseits Risiken aus Verträgen mit garantierten Leistungen und andererseits dem Risiko, dass die Zinsen der finanziellen Vermögenswerte, welche mit dem von den Vertragsnehmern erhaltenen Entgelt gekauft werden, nicht zur Finanzierung der an die Vertragsnehmer auszuzahlenden garantierten Leistungen und der erwarteten ermessensabhängigen Überschussbeteiligungen ausreichen.

ZINSSENSITIVE VERBINDLICHKEITEN AUS DEM VERSICHERUNGSGESCHÄFT
Mio. CHF 
  CHFEURÜbrigeTotal
 
Buchwerte per 31. Dezember 2009
 
Garantierter Mindestzinssatz 0 – < 2%
  11 3742 927014 301
Garantierter Mindestzinssatz 2 – < 3%
  25 9275 497431 428
Garantierter Mindestzinssatz 3 – < 4%
  19 38010 6556530 100
Garantierter Mindestzinssatz 4 – < 5%
  8089 4332910 270
Garantierter Mindestzinssatz 5 – < 6%
  22527
Garantierter Mindestzinssatz 6 – 8%
  99
Total zinssensitive Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft
  57 48928 53411286 135
Nicht zinssensitive Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft
  5 440
Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft auf Rechnung und Risiko von Kunden der Swiss Life-Gruppe
  742
Total Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft
  92 317


Buchwerte per 31. Dezember 2008
 
Garantierter Mindestzinssatz 0 – < 2%
  1 1013 89104 992
Garantierter Mindestzinssatz 2 – < 3%
  34 7284 469539 202
Garantierter Mindestzinssatz 3 – < 4%
  20 7589 3316330 152
Garantierter Mindestzinssatz 4 – < 5%
  8349 5023310 369
Garantierter Mindestzinssatz 5 – < 6%
  14620
Garantierter Mindestzinssatz 6 – 8%
  99
Total zinssensitive Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft
  57 42127 20711684 744
Nicht zinssensitive Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft
  5 328
Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft auf Rechnung und Risiko von Kunden der Swiss Life-Gruppe
  952
Total Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft
  91 024


Die Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft mit einem garantierten Mindestzinssatz zwischen 0% und 4% lauten in erster Linie auf Schweizer Franken und Euro; jene mit einem garantierten Mindestzinssatz zwischen 4% und 8% lauten in erster Linie auf Euro.

Die meisten Lebensversicherungsprodukte mit Sparkomponente und Kapitalanlageverträge unterliegen einer garantierten Mindestverzinsung. Der garantierte Zinssatz richtet sich nach dem Vertragstyp. In der Schweiz beispielsweise lag der garantierte Mindestzinssatz im BVG-Bereich im Jahr 2009 bei 2% und wird im Jahr 2010 auf diesem Niveau bleiben.

Neben diesen festen und garantierten Zahlungen, die mit einem Zinsänderungsrisiko behaftet sind, besteht bei bestimmten Verträgen ein vertragliches Recht zum Bezug zusätzlicher Leistungen, deren Höhe und/oder Zeitpunkt vertragsgemäss im Ermessen der Versicherungsgesellschaft liegt. Die Festlegung der ermessensabhängigen Überschussbeteiligung hängt stark von den künftigen Anlageerträgen ab.

Die Gruppe handhabt das Zinsänderungsrisiko, indem sie die Zinssensitivität der massgebenden verzinslichen Anlagen den entsprechenden Sensitivitäten auf der Verpflichtungsseite gegenüberstellt. Das Zinsänderungsrisiko der Verbindlichkeiten wird durch Projektion der erwarteten Mittelflüsse aus den Verträgen anhand bestmöglicher Schätzungen für Sterblichkeit, Invalidität, Kosten, Rückkauf und Ausübung der Optionsrechte durch die Versicherungsnehmer bestimmt. Der ALM-Prozess definiert die strategische Asset Allocation, bei der die Nettozinssensitivität der Anlageportfolios und Versicherungsportefeuilles möglichst optimal ist. Wo dies nicht anwendbar ist, setzt die Gruppe auch Swapkontrakte und andere Instrumente zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken ein. Um sich gegen den Fall abzusichern, dass die Zinssätze unter den garantierten Zinssatz fallen, werden in bestimmten Märkten Receiver Swaptions eingesetzt. Payer Swaptions werden eingesetzt, um das Änderungsrisiko des Fair Value von zinssensitiven finanziellen Vermögenswerten abzusichern. In strategischer Hinsicht bleibt immer ein minimales Zinsänderungsrisiko bestehen, da die perfekte Absicherung von Zinsänderungsrisiken entweder nicht erreicht werden kann oder nicht angestrebt wird.

Zusätzlich zur strategischen Optimierung des Nettozinsänderungsrisikos auf wirtschaftlicher Ebene hat die Gruppe einen Teil der Vermögenswerte als bis zum Verfall zu haltende Vermögenswerte bestimmt und diese gemäss Laufzeitprofil den zugehörigen Verbindlichkeiten zugeordnet, um die entsprechenden Zinsänderungsrisiken zu minimieren. Die bis zum Verfall gehaltenen Vermögenswerte finanzieren die Versicherungs- und die Kapitalanlageverträge, bei denen kein Rückkauf bzw. keine Todesfallleistung erfolgen.

Bei Zinsänderungsrisiken aus Verträgen mit garantierten Leistungen, bei denen das Risiko darin besteht, dass die auf den Vermögenswerten erwirtschafteten Zinsen nicht für die Finanzierung der garantierten Zahlungen ausreichen, werden die Auswirkungen sinkender Zinssätze mit Hilfe von Anleihen aufgefangen, die durch den Anleger vorzeitig gekündigt werden können. Zur Erhöhung der Konvexität zinssensitiver Vermögenswerte, die generell geringer ist als die Konvexität der Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft, umfassen die Vermögensportfolios in bestimmten Ländern Abruf-Bonds (Receiver Bonds).

In bestimmten Geschäftszweigen wirkt sich ein Grossteil der Zinsänderungen je nach Überschussbeteiligungssystem auf die Rechnung und das Risiko der Versicherungsnehmer aus.

AKTIENKURSRISIKO — Abwärtsbewegungen des Aktienmarkts können zu einer Reduktion der realisierten und nicht realisierten Gewinne/Verluste der Swiss Life-Gruppe führen, was sich wiederum negativ auf das operative Ergebnis und die Finanzlage der Gruppe auswirkt.

Sicherungsbeziehungen in Bezug auf die Aktienanlagen der Swiss Life-Gruppe dienen dazu, die möglichen Folgen einer rückläufigen Wertentwicklung von Aktien zu vermindern, würden aber nicht verhindern, dass beim Vorliegen der Wertminderungskriterien ein Wertminderungsaufwand entsteht.

Ein Teil des Anlageportfolios von Swiss Life besteht aus Anlagen in Fonds, die von nicht öffentlichen Gesellschaften emittierte Wertschriften (Private Equity) halten. Bei diesen Anlagen besteht die Möglichkeit, dass sie illiquide sind oder nur über längere Zeit oder mit Verlust veräussert werden können und dass sie keine angemessenen Erträge oder Kapitalgewinne erwirtschaften. Wenn Swiss Life die Anlagen in ihrem Private-Equity-Portfolio ganz oder teilweise liquidieren müsste, könnte der Erlös deutlich unter den Anschaffungskosten oder dem Buchwert der betreffenden Anlagen liegen.

Die Anlageportfolios von Swiss Life umfassen auch Anlagen in Hedge Funds. Die Liquidität dieser Anlagen kann je nach Marktbedingungen schwanken, und der Anlagestil dieser Hedge Funds könnte Faktoren verstärken, die Einfluss auf die Wertentwicklung einer bestimmten Klasse von Fonds oder Kapitalanlagen haben.

KREDIT-/AUSFALLRISIKO — Die Gruppe trägt Kredit- bzw. Ausfallrisiken, die darin bestehen, dass eine Gegenpartei Beträge bei Fälligkeit nicht voll bezahlen kann. Vor allem in folgenden Bereichen ist die Gruppe gegenüber Kredit- bzw. Ausfallrisiken exponiert:

Gegenparteirisiko bei gekauften Anleihen;
Gegenparteirisiko bei gewährten Darlehen und Hypotheken;
Gegenparteirisiko bei Geldmarkt- und Barpositionen;
Gegenparteirisiko bei Derivatgeschäften;
Rückversicherungsanteil von Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft;
Forderungen an Rückversicherer für bereits ausbezahlte Versicherungsleistungen;
Forderungen an Inhaber von Versicherungsverträgen;
Forderungen an Versicherungsvermittler.

Um eingegangene Ausfallrisiken im Zusammenhang mit Derivaten zu reduzieren, wurde ein Prozess für das Management von Sicherheiten eingerichtet. Vertragsgemäss müssen sämtliche ausstehenden Positionen voll besichert werden, wenn sie den vorab festgelegten Mindestbetrag erreichen. Dieser Betrag wird in der Regel sehr tief gehalten. Die Sicherheit wird mindestens einmal wöchentlich eingefordert, bei Verwerfungen jedoch auch häufiger. Da der Einsatz von Leverage unzulässig ist, gelten für Bar- oder Long-Positionen bestimmte Deckungsregeln. Die Liste der Gegenparteien für börsliche und ausserbörsliche Derivatgeschäfte muss sowohl vom Group Chief Risk Officer als auch vom Group Chief Investment Officer genehmigt werden. Für das Versicherungsgeschäft der Swiss Life-Gruppe muss eine Gegenpartei mindestens das Rating A– haben (Standard & Poor’s oder gleichwertiges Rating). Bei den gegenwärtigen Marktturbulenzen ist auf die Ratings nur beschränkt Verlass. Aus diesem Grund wurde ein zusätzliches Verfahren zur quantitativen und qualitativen Überwachung der Gegenparteien eingeführt, um Sofortmassnahmen ergreifen zu können.

Zur Steuerung des Gegenparteirisikos werden Credit-Default-Swaps oder Credit-Default-Swap-Indizes gehalten. Mit einem Credit-Default-Swap kann sich ein Gläubiger gegen den Ausfall eines Schuldners absichern. Die Credit-Default-Swaps werden ausserbörslich gehandelt und unterliegen dem oben beschriebenen Prozess für das Management von Sicherheiten. Mit einem Credit-Default-Swap-Index wird das Kredit- bzw. Ausfallrisiko einer Gruppe von Gegenparteien abgesichert. Credit-Default-Swap-Indizes werden an der Börse gehandelt.

Die Gruppe ist zudem mit Kredit- bzw. Ausfallrisiken im Zusammenhang mit Forderungen gegenüber Rückversicherern konfrontiert. Die Finanzkraft der Rückversicherer wird daher laufend beobachtet. Die Bonität der Rückversicherer wird jährlich begutachtet, indem vor der Unterzeichnung von Verträgen ihre Finanzkraft überprüft wird. Grundsätzlich schliesst die Swiss Life-Gruppe Rückversicherungen für ihre Versicherungsrisiken nur mit Gegenparteien mit einem Rating von A– oder höher (Standard & Poor’s oder gleichwertiges Rating) ab. In Ausnahmefällen können auch Rückversicherer mit niedrigerem Rating in Betracht kommen. Zusätzlich hält die Gruppe umfangreiche Sicherheiten im Rahmen von Rückversicherungsverträgen zur Sicherstellung von Forderungen (Depoteinlagen und Wertschriften).

Keine Verbindung zu einem einzelnen Rückversicherer ist für die Gruppe von wesentlicher Bedeutung, und das Geschäft der Gruppe ist nicht weitgehend von einem einzelnen Rückversicherer abhängig.

Bei festverzinslichen Vermögenswerten wird das jeweilige gesamte Exposure pro Gegenpartei aggregiert und an das Group Risk Committee gemeldet. Die einzelnen Geschäftsbereiche führen Aufzeichnungen über die Zahlungshistorie der bedeutenden Vertragsnehmer, mit denen sie regelmässig Geschäfte tätigen. Ratings und Einzelpositionen oberhalb eines bestimmten Volumens werden bei festverzinslichen Vermögenswerten regelmässig an das Management gemeldet. Das Exposure gegenüber einzelnen Gegenparteien wird darüber hinaus auch mit anderen Mechanismen gesteuert, zum Beispiel durch ein Recht auf Verrechnung, falls eine Gegenpartei sowohl Schuldner als auch Gläubiger der Gruppe ist. Des Weiteren bestehen pro Gegenpartei Limiten für das Exposure. Dabei werden das Rating sowie der Umfang des Exposure im Verhältnis zu den gesamten Kapitalanlagen berücksichtigt. Zu den Informationen, die an das Management gemeldet werden, gehören auch Beurteilungen notleidender Kredite. In Fällen, in denen ein gewisses Exposure gegenüber einzelnen Versicherungsnehmern oder homogenen Gruppen von Versicherungsnehmern vorliegt, erfolgt – ähnlich wie bei Rückversicherern – eine Finanzanalyse.

Darlehen ohne Rating umfassen in erster Linie Hypotheken und Policendarlehen. In bestimmten Ländern wurden für die Überwachung des Kredit- bzw. Ausfallrisikos zusätzliche Richtlinien und Regeln festgelegt. Diese Richtlinien betreffen Anlagen in festverzinslichen Wertschriften, wobei das durchschnittliche Rating des festverzinslichen Portfolios (berechnet durch Gewichtung nach der Methode von Standard & Poor’s) mindestens bei AA– zu liegen hat (Standard & Poor’s oder gleichwertiges Rating). Für die zulässigen Kapitalanlagen in nicht staatlichen Anleihen gelten Mindest- und Höchstgrenzen. Für Engagements in diesen Kapitalanlagen bestehen zusätzliche Limiten. Für bestimmte Geschäfte wird das Kredit- bzw. Ausfallrisiko anhand von Risikolimiten überwacht und gesteuert, wobei die Höchstgrenzen jährlich überprüft und genehmigt werden. Der überwiegende Teil des Anleihenportfolios ist in staatlichen Anleihen (einschliesslich Staatsanleihen in Fremdwährung / überstaatlicher Schuldner) und in Anleihen aus dem Finanzsektor (die durch Sicherheiten oder staatliche Bürgschaften gedeckt sind) angelegt.

MAXIMALE KREDIT- UND AUSFALLRISIken
Mio. CHF 
  Auf Rechnung und Risiko der Swiss Life-GruppeAuf Rechnung und Risiko von Kunden der Swiss Life-Gruppe Total
  31.12.200931.12.200831.12.200931.12.200831.12.200931.12.2008
 
Zinsinstrumente
 
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Zinsinstrumente
  2 6343 2275 0773 1207 7116 347
Jederzeit verkäufliche Zinsinstrumente
  47 16638 27347 16638 273
Darlehen und Forderungen
  34 12537 02934 12537 029
Bis zum Verfall gehaltene finanzielle Vermögenswerte
  6 4327 1596 4327 159
Als Sicherheit verpfändete Zinsinstrumente
  330330
Total Zinsinstrumente
  90 68785 6885 0773 12095 76488 808
 
Übrige Aktiven
 
Flüssige Mittel
  6 7738 1211 9101 2878 6839 408
Derivate
  7801 3431067901 349
Guthaben aus Rückversicherung
  412447412447
Total übrige Aktiven
  7 9659 9111 9201 2939 88511 204
 
Nicht erfasste Posten
 
Finanzgarantien
  362446362446
Kreditzusagen
  100118100118
Total nicht erfasste Posten
  462564462564
 
Total Kredit- und Ausfallrisiken
  99 11496 1636 9974 413106 111100 576


KREDIT- UND AUSFALLRISIKEN VON ZINSINSTRUMENTEn
Mio. CHF 
  Erfolgswirksam
zum Fair Value
Jederzeit
verkäuflich
Darlehen und
Forderungen
Bis zum Verfall
gehalten
Als Sicherheit
verpfändet

Total
 
Kategorien nach Gegenpartei per 31. Dezember 2009
 
Staatsanleihen in Lokalwährung
  45022 9914 8685 17812133 608
Staatsanleihen in Fremdwährung / überstaatliche Schuldner
  1 6581241 782
Unternehmen
  2 12319 12016 0361 25438 533
Besicherte Forderungen
  503 36010 84220914 461
Übrige Schuldner
  11372 2552 303
Total
  2 63447 16634 1256 43233090 687


Kategorien nach Gegenpartei per 31. Dezember 2008
 
Staatsanleihen in Lokalwährung
  36420 0543 8945 56629 878
Staatsanleihen in Fremdwährung / überstaatliche Schuldner
  1 4521 452
Unternehmen
  2 69911 71417 9541 59333 960
Besicherte Forderungen
  9477911 31112 184
Übrige Schuldner
  705 7262 4188 214
Total
  3 22738 27337 0297 15985 688


KREDIT- UND AUSFALLRISIKEN VON ZINSINSTRUMENTEn
Mio. CHF 
 

AAA


AA


A


BBB
Tiefer als
BBB oder
ohne Rating

Überfällig oder
wertgemindert


Total
 
Bonitätsrating nach Gegenpartei per 31. Dezember 2009
 
Staatsanleihen in Lokalwährung
  25 9664 2821 7791 1873603433 608
Staatsanleihen in Fremdwährung / überstaatliche Schuldner
  1 6176955591 782
Unternehmen
  4 4626 36114 7858 3204 5545138 533
Besicherte Forderungen
  7 98981116336 1578514 461
Übrige Schuldner
  24717625011 584452 303
Total
  40 28110 90617 0259 54612 71421590 687


Bonitätsrating nach Gegenpartei per 31. Dezember 2008
 
Staatsanleihen in Lokalwährung
  26 0622 896853491829 878
Staatsanleihen in Fremdwährung / überstaatliche Schuldner
  823208132371 452
Unternehmen
  4 2575 29813 1756 0334 99520233 960
Besicherte Forderungen
  5 62273442436 05714512 184
Übrige Schuldner
  4 0818379251232 227218 214
Total
  40 0229 18615 3177 26113 53436885 688


ÜBERFÄLLIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE (NICHT WERTGEMINDERT)
Mio. CHF 
  Bis zu
3 Monaten

3–6 Monate

6–12 Monate

Über 1 Jahr

Total
 
Analyse der Altersstruktur nach Gegenpartei per 31. Dezember 2009
 
Besicherte Forderungen
  9153532
Total
  9153532
 
Fair Value von Sicherheiten und Bonitätsverbesserungen
  36
Finanzielle Vermögenswerte mit neu verhandelten Bedingungen
  2


Analyse der Altersstruktur nach Gegenpartei per 31. Dezember 2008
 
Besicherte Forderungen
  231033
Total
  231033
 
Fair Value von Sicherheiten und Bonitätsverbesserungen
  14


EINZELN ALS WERTGEMINDERT IDENTIFIZIERTE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTe
Mio. CHF 
  BruttobetragWertminderungenBuchwert
  31.12.200931.12.200831.12.200931.12.200831.12.200931.12.2008
 
Analyse nach Gegenpartei
 
Staatsanleihen in Lokalwährung
  450–11034
Unternehmen
  158989–107–78751202
Besicherte Forderungen
  98146–45–3453112
Übrige Schuldner
  59624–551–34521
Total
  8971 159–714–824183335
 
Fair Value von Sicherheiten und Bonitätsverbesserungen
  58109


Der Fair Value von Sicherheiten und Bonitätsverbesserungen setzt sich in erster Linie aus Sicherheiten für Hypothekardarlehen zusammen.

EINZELN ALS WERTGEMINDERT IDENTIFIZIERTE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTe
Mio. CHF 
 
Stand
1. Januar


Umgliederung
Erfasste
Wertminde-
rungen

Ausbuchungen
und Abgänge
Währungsum-
rechnungs-
differenzen

Stand am Ende
der Periode
 
Wertberichtigungen nach Gegenpartei 2009
 
Staatsanleihen in Lokalwährung
  0110011
Unternehmen
  787–55447–1741107
Besicherte Forderungen
  3415–4045
Übrige Schuldner
  3554–4–20551
Total
  82469–1801714


Wertberichtigungen nach Gegenpartei 2008
 
Staatsanleihen in Lokalwährung
  000
Unternehmen
  652149–7–7787
Besicherte Forderungen
  48–12–1–134
Übrige Schuldner
  3003
Total
  700140–8–8824


KREDIT- UND AUSFALLRISIKEN ÜBRIGER VERMÖGENSWERTE
Mio. CHF 
 

AAA


AA


A


BBB
Tiefer als
BBB oder
ohne Rating


Total
 
Bonitätsrating per 31. Dezember 2009
 
Flüssige Mittel
  4 0588811 41004246 773
Derivate
  185528611113780
Guthaben aus Rückversicherung
  345661412
Total
  4 0761 7781 502115987 965
davon besichert  115


Bonitätsrating per 31. Dezember 2008
 
Flüssige Mittel
  2 5709264 42961908 121
Derivate
  31 20313611 343
Guthaben aus Rückversicherung
  39453447
Total
  2 5732 5234 56562449 911
davon besichert  4


KREDIT- UND AUSFALLRISIKEN NICHT ERFASSTER POSTEn
Mio. CHF 
 

AAA


AA


A


BBB
Tiefer als
BBB oder
ohne Rating


Total
 
Bonitätsrating per 31. Dezember 2009
 
Finanzgarantien
  01026290362
Kreditzusagen
  100100
Total
  010262190462
davon besichert  56


Bonitätsrating per 31. Dezember 2008
 
Finanzgarantien
  10263710363446
Kreditzusagen
  118118
Total
  102637103181564
davon besichert  75


WÄHRUNGSRISIKO — Die Swiss Life-Gruppe ist international tätig, Währungsrisiken bestehen für sie vor allem in Bezug auf den Euro, den US-Dollar und das britische Pfund. Die meisten Kapitalanlagen und Verbindlichkeiten lauten auf Schweizer Franken, Euro und US-Dollar, deren Wert von Wechselkursschwankungen beeinflusst wird. Die Gruppe operiert mit mehreren funktionalen Währungen (vor allem Schweizer Franken und Euro). Ihre Finanz- und Ertragslage könnte durch eine Schwächung der erwähnten Fremdwährungen gegenüber dem Franken stark beeinträchtigt werden.

Die europäischen Versicherungs- und Anlagebereiche der Swiss Life-Gruppe (ausserhalb der Schweiz) legen Kapital generell in Vermögenswerten an, die auf dieselbe Währung lauten wie ihre Versicherungs- und Anlageverbindlichkeiten. Dadurch vermindert sich das Währungsrisiko für diese Gesellschaften. Das Währungsrisiko ergibt sich somit aus ausgewiesenen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die auf andere Währungen lauten, und aus Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe. Obwohl Swiss Life ein aktives Währungsmanagement betreibt, um die Auswirkungen von Wechselkursänderungen auf ihre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu reduzieren, insbesondere durch Absicherung gegen das Risiko solcher Änderungen von Teilen ihrer Kapitalanlagen in Euro oder US-Dollar, könnten sich starke Wechselkursänderungen negativ auf die Ertrags- und Finanzlage sowie den Wert des Anlageportfolios von Swiss Life auswirken. Das Währungsrisiko wird weitgehend in Übereinstimmung mit der strategischen Asset Allocation abgesichert. Die Absicherungsvereinbarungen der Gruppe dienen der Abdeckung ihrer Engagements aus hauptsächlich ökonomischer Sicht. Die Instrumente, mit denen sich die Swiss Life-Gruppe absichert, korrelieren unter Umständen nicht vollkommen mit den entsprechenden Vermögenswerten, so dass die Gruppe trotzdem mit Verlusten rechnen muss, wenn der Wert der Absicherung und der Wert des zugrunde liegenden Vermögenswerts bzw. der zugrunde liegenden Verbindlichkeit nicht angemessen korrespondieren.

Die Swiss Life-Gruppe hat ferner Aufwendungen und Kosten für die Einrichtung solcher Absicherungsvereinbarungen zu tragen.

WÄHRUNGSRISIKEN
Mio. CHF 
 


CHF



EUR



USD



GBP



Übrige
Auf Rechnung
und Risiko von
Kunden der
Swiss Life-Gruppe



Total
 
Buchwerte per 31. Dezember 2009
 
Monetäre Vermögenswerte
 
Flüssige Mittel
  4 3052 21217133521 9108 683
Derivate
  15520314527710790
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Zinsinstrumente
  892 5455 0777 711
Jederzeit verkäufliche Zinsinstrumente
  16 68225 4444 5564513347 166
Darlehen und Forderungen
  8 00420 5585 425449434 125
Bis zum Verfall gehaltene finanzielle Vermögenswerte
  6 432 6 432
Als Sicherheit verpfändete Zinsinstrumente
  330330
Guthaben aus Rückversicherung
  29383412
Total monetäre Vermögenswerte
  29 26458 10710 2975284566 997105 649
 
Monetäre Verbindlichkeiten
 
Derivate
  –14–153–114–10–282
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete Zinsinstrumente
  –15 101–15 101
Kapitalanlageverträge
  –908–8 342–49–2–2 788–12 089
Anleihen und Darlehensverpflichtungen
  –362–2 369–2 731
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten
  –3 556–2 789–9–19–12–6 385
Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft
  –61 055–30 377–75–67–1–742–92 317
Verbindlichkeiten aus Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer
  –1 687 –1 422 0 0 –3 109
Total monetäre Verbindlichkeiten
  –67 582–45 452–247–89–13–18 631–132 014
 
Währungs-Gap bei Bilanzpositionen
  –38 31812 65510 050439443–11 634–26 365


Buchwerte per 31. Dezember 2008
 
Total monetäre Vermögenswerte
  30 90955 1939 1242081654 413100 012
Total monetäre Verbindlichkeiten
  –67 292–43 503–139–96–15–12 404–123 449
Währungs-Gap bei Bilanzpositionen
  –36 38311 6908 985112150–7 991–23 437


Aufgrund der Begrenztheit des schweizerischen Kapitalmarkts in Bezug auf die Liquidität erfolgen Kapitalanlagen in der Schweiz auch in anderen Währungen als dem Schweizer Franken. Mit Hilfe von Währungsderivaten wird der Währungs-Gap bei der Bilanz ökonomisch weitgehend abgesichert. In den übrigen Ländern lauten die Vermögenswerte im Normalfall ebenso wie die Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft auf Euro.

LIQUIDITÄTSRISIKO — Das Liquiditätsrisiko ist das Risiko,  dass nicht genug Barmittel zur Verfügung stehen, um Verpflichtungen (in erster Linie Verpflichtungen aus dem Versicherungsgeschäft und Schuldverpflichtungen) bei Fälligkeit zu angemessenen Kosten zu bezahlen. Die Liquiditätsrisiken der Swiss Life-Gruppe ergeben sich primär aus der Inanspruchnahme ihrer Barmittel durch Leistungsansprüche, Auszahlungen bei Fälligkeit und Rückkäufe von Versicherungs- sowie Kapitalanlageverträgen. Die Swiss Life-Gruppe trägt das Risiko, bei unerwarteten langfristigen Marktturbulenzen ihre Schuldverpflichtungen nicht refinanzieren zu können.

Auf operativer Ebene werden mittels rollender Prognosen situative Liquiditätsrisiken erfasst, die sich primär aus der unerwarteten Inanspruchnahme der Barmittel durch Leistungsansprüche, Auszahlungen bei Fälligkeit und Rückkäufe von Versicherungs- sowie Kapitalanlageverträgen ergeben. Um unerwartete Liquiditätsengpässe in Zeiten zu überwinden, in denen Veräusserungen von Vermögenswerten nicht erwünscht sind, werden Repurchase-Vereinbarungen verwendet, damit die kurzfristige Refinanzierung zu möglichst tiefen Kosten sichergestellt ist.

Liquiditätsrisiken werden bei der strategischen Asset Allocation berücksichtigt. Auf strategischer Ebene verfügt die Swiss Life-Gruppe über genügend Liquidität und plant die Fälligkeit der Schulden proaktiv. Damit stellt sie eine volle finanzielle Flexibilität und ein effizientes Liquiditätsmanagement sicher.

Die Liquiditätsanalyse von finanziellen Verbindlichkeiten und Zusagen wird auf Basis nicht diskontierter Mittelflüsse nach Restlaufzeit des Vertrags durchgeführt, während die Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft und aus Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer anhand des voraussichtlichen zeitlichen Ablaufs der Nettomittelabflüsse untersucht werden. Die Analyse wird für Beträge auf Rechnung und Risiko der Swiss Life-Gruppe durchgeführt.

LIQUIDITÄTSRISIKEN PER 31. Dezember 2009
Mio. CHF 
  Mittelflüsse
  BuchwertBis zu 1 Monat1–3 Monate3–12 Monate1–5 JahreÜber 5 Jahre
 
Finanzielle Verbindlichkeiten
 
Derivate: vertragliche Mittelabflüsse
  2821 0091 4002 3363 53598
Derivate: vertragliche Mittelzuflüsse
  –989–1 355–2 104–3 165
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
  9009510
Kapitalanlageverträge mit ermessensabhängiger Überschussbeteiligung
  8 86829512742 1306 384
Kapitalanlageverträge ohne ermessensabhängige Überschussbeteiligung
  43329772732628
Anleihen und Darlehensverpflichtungen
  2 7312301831 6781 563
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten
  6 3857241354 221420885
Total finanzielle Verbindlichkeiten
  19 5998253086 1344 6248 958
 
Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft und aus Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer
 
Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft
  91 5753113313 2597 95279 722
Verbindlichkeiten aus Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer
  3 10924329981 265790
Total Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft und aus Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer
  94 684 335 363 4 257 9 217 80 512
 
Garantien und Zusagen
 
Kreditzusagen
  45550
Kapitalverpflichtungen
  3033960
Finanzgarantien
  6326273
Total Garantien und Zusagen
  348118422273


LIQUIDITÄTSRISIKEN PER 31. Dezember 2008
Mio. CHF 
  Mittelflüsse
  BuchwertBis zu 1 Monat1–3 Monate3–12 Monate1–5 JahreÜber 5 Jahre
 
Finanzielle Verbindlichkeiten
 
Derivate
  34633481629119
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
  1 0781 254
Kapitalanlageverträge mit ermessensabhängiger Überschussbeteiligung
  9 05530522832 1186 572
Kapitalanlageverträge ohne ermessensabhängige Überschussbeteiligung
  3553413917237
Anleihen und Darlehensverpflichtungen
  3 1237232252 0372 011
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten
  6 6727371184 465817584
Total finanzielle Verbindlichkeiten
  20 6298102456 5285 2359 223
 
Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft und aus Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer
 
Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft
  90 0723142873 3417 99378 137
Verbindlichkeiten aus Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer
  1 4223213239543316
Total Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft und aus Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer
  91 494 635 290 3 580 8 536 78 453
 
Garantien und Zusagen
 
Kreditzusagen
  33769
Kapitalverpflichtungen
  3821534590
Finanzgarantien
  49397
Total Garantien und Zusagen
  415229508406


KURZFRISTIGE UND LANGFRISTIGE VERMÖGENSWERTE UND VERBINDLICHKEITEN — Die nachstehende Tabelle gibt einen Überblick über die erwartete Wiedererlangung von Vermögenswerten oder Erfüllung von Verbindlichkeiten. Vermögenswerte werden als kurzfristig klassifiziert, wenn deren Realisation innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag erwartet wird. Verbindlichkeiten werden als kurzfristig klassifiziert, wenn deren Tilgung innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag erwartet wird. Alle anderen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden als langfristig klassifiziert.

Mio. CHF 
  Kurzfristig LangfristigAuf Rechnung und Risiko von Kunden der Swiss Life-Gruppe Total
  31.12.200931.12.200831.12.200931.12.200831.12.200931.12.200831.12.200931.12.2008
 
Aktiven
 
Flüssige Mittel
  6 7738 1211 9101 2878 6839 408
Derivate
  6961 26984741067901 349
Zur Veräusserung gehaltene Vermögenswerte
  2424
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Vermögenswerte
  1 998 3 879 3 258 1 905 16 741 11 132 21 997 16 916
Jederzeit verkäufliche finanzielle Vermögenswerte
  3 7354 37548 12038 78851 85543 163
Darlehen und Forderungen
  6 4426 99327 68330 03634 12537 029
Bis zum Verfall gehaltene finanzielle Vermögenswerte
  1146746 3186 4856 4327 159
Als Sicherheit verpfändete finanzielle Vermögenswerte
  330330
Investitionsliegenschaften
  13 29212 66313 29212 663
Beteiligungen an assoziierten Unternehmen
  7143771437
Guthaben aus Rückversicherung
  3714014146412447
Sachanlagen
  696802696802
Immaterielle Vermögenswerte einschliesslich immaterieller Vermögenswerte aus dem Versicherungsgeschäft
  4 576 4 651 4 576 4 651
Laufende Ertragssteuerguthaben
  26112611
Latente Ertragssteuerguthaben
  80978097
Übrige Aktiven
  414490167165581655
Total Aktiven
  20 57126 217104 71696 14918 66112 425143 948134 791
 
Verbindlichkeiten
 
Derivate
  2133016945282346
Erfolgswirksam zum Fair Value bewertete finanzielle Verbindlichkeiten
  900 1 078 15 101 9 727 16 001 10 805
Kapitalanlageverträge
  7325128 5698 8982 7881 72512 08911 135
Anleihen und Darlehensverpflichtungen
  989742 6332 1492 7313 123
Übrige finanzielle Verbindlichkeiten
  5 1345 2681 2511 4046 3856 672
Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft
  3 9168 56587 65981 50774295292 31791 024
Verbindlichkeiten aus Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer
  1 053 571 2 056 851 3 109 1 422
Verbindlichkeiten aus Leistungen an Mitarbeitende
  89752 0322 0102 1212 085
Laufende Ertragssteuerverbindlichkeiten
  286229286229
Latente Ertragssteuerverbindlichkeiten
  756648756648
Rückstellungen
  12346784720193
Übrige Verbindlichkeiten
  4005092548425557
Total Verbindlichkeiten
  12 94418 128105 12897 60718 63112 404136 703128 139



 
5.5 ZIELE UND GRUNDSÄTZE DES MANAGEMENTS VON VERSICHERUNGSRISIKEN

Versicherungsverträge sind Verträge, bei denen eine Partei (die Versicherungsgesellschaft) einer anderen Partei (dem Versicherungsnehmer) eine Entschädigung für den Fall zusagt, dass sie von einem bestimmten zukünftigen Ereignis betroffen ist, dessen Eintreten nicht sicher ist. Die Versicherungsgesellschaften der Gruppe stimmen einem Versicherungsschutz für Antragsteller weder generell zu, noch lehnen sie ihn generell ab. Vielmehr stellen sie sicher, dass alle Versicherungsrisiken identifiziert und gründlich beurteilt werden und dass die Versicherungsprämien das übernommene Risiko korrekt widerspiegeln. Die Höhe des übernommenen Risikos muss der Strategie und Risikopolitik der Gruppe entsprechen und die Profitabilitätsvorgaben erfüllen.

DAS WESEN DES VERSICHERUNGSRISIKOS — Bei der Entwicklung eines neuen oder der Überprüfung eines bestehenden Produkts muss darauf geachtet werden, dass das Produkt weder ein systemisches Risiko noch Anreize für eine Negativselektion enthält. Das Produkt muss den Marktbedürfnissen entsprechen. Die Swiss Life-Gruppe bevorzugt generell eine transparente und einfache Produktgestaltung mit minimiertem Modellrisiko und eine zuverlässige Tarifierungsbasis, für die ausreichende statistische Daten verfügbar sind. Ein Versicherungsrisiko entsteht dann, wenn biometrische Parameter negativ von den Erwartungen und folglich von den mit dem Versicherungsnehmer vereinbarten Prämiensätzen abweichen. Die Unsicherheit bei der Schätzung künftiger Leistungszahlungen und Prämieneingänge für langfristige Versicherungsverträge beruht beispielsweise auf der Unvorhersehbarkeit der Langzeitveränderungen von Sterblichkeits- und Invaliditätsrate. Zudem können zufällige Schwankungen zu Abweichungen vom erwarteten Ergebnis führen. Die Auswirkungen solcher Schwankungen hängen vom Diversifikationsgrad eines Vertragsbestands bzw. vom Portefeuille-Umfang ab.

Die Quantifizierung des Lebensversicherungsrisikos basiert auf einer Sensitivitätsanalyse: Das Versicherungsrisiko wird als Abweichung der Versicherungsrisikofaktoren von den entsprechenden bestmöglichen Schätzungen gemessen bzw. als Eintreffen dieser Risikofaktoren. Risikofaktoren in der Lebensversicherung sind u. a. Sterblichkeitsraten, Invaliditätsraten und Langlebigkeit.

Das Wesen des Versicherungsrisikos lässt sich wie folgt zusammenfassen:

STERBLICHKEIT UND LANGLEBIGKEIT — Die Risiken Sterblichkeit und Langlebigkeit beziehen sich auf die finanziellen Folgen, die entstehen, wenn versicherte Personen länger leben oder früher sterben als erwartet. Für einen Lebensversicherer, der beispielsweise lebenslängliche Renten zahlt, stellen Personen, die länger als erwartet leben, ein finanzielles Risiko dar. Ein Lebensversicherer hingegen, der Todesfallleistungen erbringt, trägt die finanziellen Folgen eines Anstiegs der Sterblichkeitsrate.

In der Schweiz ist das BVG-Segment des Kollektiv-Lebensversicherungsgeschäfts ein bedeutender Bestandteil des gesamten Lebensversicherungsgeschäfts der Gruppe. Es stellt ein Beispiel für eine Mindestrenditegarantie in Form des Rechts dar, die Versicherungssumme zu einem garantierten Umwandlungssatz in eine Lebensrente umzuwandeln: Die garantierten Rentenumwandlungssätze im Rahmen des BVG-Obligatoriums sind im Jahr 2010 für Männer auf 7,00% (Rentenalter 65) und für Frauen auf 6,95% (Rentenalter 64) festgesetzt (im Vergleich zu 7,05% für Männer und 7,00% für Frauen im Jahr 2009). Aufgrund einer Änderung des BVG, die am 1. Januar 2005 in Kraft trat, werden diese Sätze bis 2014 stufenweise auf 6,80% abgesenkt.

Die Risikokonzentration der einzelnen Produktkategorien im Hinblick auf Sterblichkeit und Langlebigkeit ist wie folgt:

JÄHRLICH ZAHLBARE RENTEN NACH RENTENART — EINZELLEBENGESCHÄFT
Mio. CHF 
  31.12.200931.12.2008
Leibrenten – laufend
  582562
Leibrenten – aufgeschoben
  892876
Zeitrenten – laufend
  1820
Zeitrenten – aufgeschoben
  4951
Erwerbsunfähigkeits- und übrige Renten – laufend
  296306
Erwerbsunfähigkeits- und übrige Renten – aufgeschoben
  7 9647 679
Total Einzellebengeschäft
  9 8019 494


JÄHRLICH ZAHLBARE RENTEN NACH RENTENART — KOLLEKTIVLEBENGESCHÄFt
Mio. CHF 
  31.12.200931.12.2008
Altersrenten – laufend
  566540
Altersrenten – aufgeschoben
  474486
Hinterbliebenenrenten – laufend
  106104
Hinterbliebenenrenten – aufgeschoben
  2 1032 051
Erwerbsunfähigkeits- und übrige Renten – laufend
  379368
Erwerbsunfähigkeits- und übrige Renten – aufgeschoben
  13 90714 040
Total Kollektivlebengeschäft
  17 53517 589


VERSICHERTE LEISTUNGEN NACH VERSICHERUNGSART — EINZELLEBENGESCHÄFT
Mio. CHF 
  31.12.200931.12.2008
Erlebensfallversicherungen
  1 5622 017
Gemischte Versicherungen
  47 35449 275
Lebenslange Todesfallversicherung
  384443
Temporäre Todesfallversicherung
  12 34513 850
Universal-Life-Verträge
  1010
Fondsgebundene Lebensversicherungsverträge
  11 2186 635
Kapitalleistung bei Erwerbsunfähigkeit
  2628
Übrige
  5 9705 651
Total Einzellebengeschäft
  78 86977 909


VERSICHERTE LEISTUNGEN NACH VERSICHERUNGSART — KOLLEKTIVLEBENGESCHÄFT
Mio. CHF 
  31.12.200931.12.2008
Erlebensfall- und ähnliche Versicherungen
  13 39114 056
Temporäre Todesfallversicherung
  84 72985 375
BVG-Geschäft Schweiz
  135 544135 275
Kapitalleistung bei Erwerbsunfähigkeit
  780739
Übrige
  1 5712 029
Total Kollektivlebengeschäft
  236 015237 474


MORBIDITÄT UND INVALIDITÄT — Das Risiko Invalidität bezieht sich auf die finanziellen Folgen, die entstehen, wenn bestimmte Personengruppen häufiger invalid werden und/oder weniger schnell als erwartet genesen. Die wichtigsten Invaliditätsrisikofaktoren sind Epidemien oder wesentliche Änderungen der Lebensgewohnheiten, zum Beispiel der Ess-, Rauch- und Bewegungsgewohnheiten.

EINGEBETTETE OPTIONEN — Hat ein Versicherungsnehmer die Möglichkeit, sich im Rahmen eines Vertrags künftig vollständig oder teilweise von der Prämienzahlung befreien zu lassen, den Vertrag insgesamt zu kündigen oder eine garantierte Rentenoption auszuüben, hängt die Höhe des Versicherungsrisikos in gewissem Umfang auch vom Verhalten des Versicherungsnehmers ab. Unter der Annahme, dass ein bestimmter Teil der Versicherungsnehmer rational entscheiden wird, ist davon auszugehen, dass das Versicherungsrisiko insgesamt durch dieses Verhalten erhöht wird. So werden Versicherungsnehmer, deren Gesundheitszustand sich stark verschlechtert hat, wahrscheinlich weniger zur Kündigung von Verträgen mit Invaliditäts- oder Todesfallleistungen neigen als Versicherungsnehmer, die noch bei guter Gesundheit sind. Dies führt tendenziell zu einem Anstieg der erwarteten Sterblichkeit der Versicherungsnehmer, je stärker das Vertragsportefeuille durch Rückkauf schrumpft (Negativselektion).

ZEICHNUNGSSTRATEGIE — Bei der Zeichnung des Geschäfts geht es um die Auswahl und Klassifizierung versicherbarer Risiken. Die Zeichnungsstrategie versucht sicherzustellen, dass die gezeichneten Risiken hinsichtlich des Risikotyps und der Höhe der versicherten Leistungen gut diversifiziert sind. Bei der Zeichnung von Lebengeschäft geht es darum, dass die Prämien und allgemeinen Bedingungen der Versicherungspolicen mit den zu versichernden Risiken konform sind. Der erste Schritt im Zeichnungsprozess besteht darin festzulegen, welche Einzelrisiken akzeptiert werden können. Der zweite Schritt ist die Zusammenfassung der akzeptierten Risiken in Gruppen mit ungefähr gleich hohem Risiko. Beide Prozesse müssen objektiv und einheitlich durchgeführt werden. Die Gruppe legt Limiten für die Annahme von Versicherungsdeckungen fest, die sich aus neuem und erneuertem Geschäft ergeben. Im Rahmen des Zeichnungsverfahrens findet auch eine Gesundheitsprüfung statt, so dass die erhobenen Prämien den Gesundheitszustand und die familiäre Vorbelastung der Antragsteller widerspiegeln. Die Limiten betreffen die risikobehafteten Beträge, die maximal versicherten Schäden oder den Barwert der Prämien auf Vertrags- oder Versichertenebene. Je nach Typ des Geschäfts und der überschrittenen Limite muss der neue oder erneuerte Vertrag von einem spezifischen Anlage- und Risikoausschuss oder von der Geschäftsleitung genehmigt werden. Verträge, welche die festgesetzten Limiten übersteigen, müssen vor der Genehmigung nach vorab definierten Verfahren auf ihre Profitabilität überprüft werden. Bestimmte Verträge, die spezifische Risiken im Zusammenhang mit Derivaten oder demografischen Risikofaktoren enthalten, für die keine verlässlichen Daten verfügbar sind, müssen unabhängig von der Höhe der angebotenen Deckung zur Genehmigung vorgelegt werden. Über Versicherungsdeckungen, welche die festgesetzten Limiten übersteigen, müssen regelmässige interne Berichte vorgelegt werden. Darüber hinaus muss sichergestellt sein, dass die Zeichnungspraktiken den Gesetzen des jeweiligen Landes entsprechen.

Für bestimmte Teile des Kollektivlebengeschäfts gilt im Hinblick auf Gesundheitsprüfungen, die vor der Zeichnung von Geschäft verlangt werden, das Recht des jeweiligen Landes. Für bestimmte Teile des Einzellebengeschäfts bestehen Vereinbarungen im Hinblick auf Gesundheitsprüfungen von Antragstellern vor der Zeichnung von Geschäft. Wird das Risiko hoch eingeschätzt, werden der Ausschluss spezifischer Risiken, die Anpassung der Prämien sowie Rückversicherung in Betracht gezogen.

Im Unfall- und Krankengeschäft umfasst die Zeichnungsstrategie biometrische und finanzielle Daten der zu versichernden Personen, den Vertragstyp und Erfahrungswerte.

NICHTLEBEN — Die Swiss Life-Gruppe verfügt in Frankreich über Geschäftsbereiche zur Deckung von Unfall- und Krankheits- (Invaliditäts-) sowie Sach- und Haftpflichtrisiken.

Leistungsansprüche aus dem Unfall- und Krankengeschäft decken primär die Erstattung von Behandlungskosten, Krankentaggeld, Renten und langfristige medizinische Betreuung. Die wichtigsten Faktoren, die zu einer Zunahme der Gesamtverpflichtungen in der Krankenversicherung führen könnten, sind die Erhöhung der Schadenhäufigkeit infolge eines Anstiegs des Durchschnittsalters der Versicherten sowie negativer wirtschaftlicher und sozialer Faktoren. Die Verbindlichkeiten aus Unfall- und Krankenversicherungsverträgen müssen noch offene Schadenfälle und eingetretene, aber noch nicht gemeldete Schäden (Spätschäden) berücksichtigen. Ein grosser Teil der Verbindlichkeiten aus diesen Verträgen betrifft Spätschäden, und die Erfahrung zeigt, dass späte Schadenmeldungen (sowohl was die Anzahl der Schäden als auch die Schadenhöhe anbelangt) erhebliche Auswirkungen bei Krankenversicherungsverträgen haben.

Die Gruppe steuert die Risiken, die sich aus diesen Verträgen ergeben, mit Hilfe ihrer Zeichnungsstrategie und durch Rückversicherungsvereinbarungen.

ENTWICKLUNG BEI SCHADENFÄLLEN IM RAHMEN VON NICHTLEBENSVERSICHERUNGSVERTRÄGEn
Mio. CHF 
  Schätzung endgültige Schadenskosten nach Unfalljahr
  200120022003200420052006200720082009Total
Am Ende des Unfalljahrs
  535447454447407519474388437n. a.
1 Jahr später
  586496458425461436414427n. a.
2 Jahre später
  565463432449420404383n. a.
3 Jahre später
  550451461428387389n. a.
4 Jahre später
  548480563380368n. a.
5 Jahre später
  581470465366n. a.
6 Jahre später
  530450435n. a.
7 Jahre später
  492445n. a.
8 Jahre später
  490n. a.
Derzeitige Schätzung der kumulierten Schadenfälle
  4904454353663683893834274373 740
Kumulierte Zahlungen
  –431–375–363–284–278–286–258–252–173–2 700
Verbindlichkeiten vor Diskontierung
  59707282901031251752641 040
Auswirkung der Diskontierung
 
Verbindlichkeiten für das aktuelle und die 8 früheren Geschäftsjahre
  59 70 72 82 90 103 125 175 264 1 040
Verbindlichkeiten aus früheren Jahren
  157
Total Schadenfälle im Rahmen von Nichtlebensversicherungsverträgen (brutto)
  1 197


Die Entwicklung bei Schadenfällen im Rahmen von Nichtlebensversicherungsverträgen umfasst das Nichtlebengeschäft in Frankreich. CEAT, Paris, wird aufgrund ihrer Veräusserung im Jahr 2009 in den obenstehenden Angaben nicht mehr berücksichtigt.

Die Annahmevorschriften für Risiken stimmen mit dem «Code des Assurances» und dem französischen Aufsichtsrecht überein. Zeichnungsrichtlinien und Tarife werden jährlich überprüft.

Die Überwachung der eingegangenen Risiken hinsichtlich der entsprechenden Prämien und Schäden erfolgt monatlich. Bei Risiken, deren Schadensatz ein bestimmtes Mass übersteigt, wird für die Anpassung der Tarife ein automatisches Schadenüberwachungssystem eingesetzt.

RÜCKVERSICHERUNG — Durch Rückversicherung wird das Versicherungsrisiko der Gruppe begrenzt. Dies entlastet die Gruppe jedoch nicht von ihren Verpflichtungen als Erstversicherer, und wenn ein Rückversicherer einen Schaden nicht bezahlt, haftet die Gruppe gegenüber dem Versicherungsnehmer weiterhin für die Zahlungen. Für nicht einbringliche Forderungen gegenüber Rückversicherern würde eine auf Schätzungen basierende Wertberichtigung ausgewiesen.

Zusätzlich hält die Gruppe umfangreiche Sicherheiten im Rahmen von Rückversicherungsverträgen zur Sicherstellung von Forderungen (Depoteinlagen und Wertschriften). Von Rückversicherern rückforderbare Beträge werden auf Basis der geschätzten Leistungen aus den Erstversicherungsverträgen berechnet und in der Bilanz unter Guthaben aus Rückversicherung ausgewiesen.

Das Management überprüft die Rückversicherungsprogramme regelmässig unter Berücksichtigung von Vertrag, Typ, gedeckten Risiken und Selbstbehalt. Für die Genehmigung von Rückversicherungsprogrammen und deren Änderung werden ein Prozess, die Kompetenzen und die Limiten festgelegt. Damit die Einhaltung der Prinzipien der Gruppe gewährleistet ist, wurden Richtlinien zur Rückversicherung eingeführt.

Im Lebengeschäft wird das je Versicherten getragene Risiko limitiert, wobei die Höhe des Selbstbehalts je nach Land variiert. Zur Deckung von Schadenhäufungen im Lebengeschäft bestehen Rückversicherungsverträge, die das Katastrophenrisiko decken. Dieser Typ der Rückversicherungsdeckung wird auf Gruppenebene organisiert. Im Nichtlebengeschäft wird die Rückversicherungsdeckung von Schadenhäufungen auf der Ebene der einzelnen Versicherungsbereiche organisiert.

Bei Nichtlebensversicherungen umfasst die Rückversicherungsvereinbarung überwiegend nichtproportionale Deckungen für einzelne Risiken und/oder Ereignisse, die an die Besonderheiten jedes einzelnen Vertrags angepasst sind. Dies umfasst Schadenexzedenten-, Stop-Loss- und Katastrophendeckungen. Zum Schutz vor spezifischen Risiken wird auch fakultative Rückversicherung gezeichnet.

Keine Verbindung zu einem einzelnen Rückversicherer ist für die Gruppe von wesentlicher Bedeutung, und das Geschäft der Gruppe ist nicht weitgehend von einem einzelnen Rückversicherer abhängig.

Gemessen an den verdienten Versicherungsprämien waren am 31. Dezember 2009 etwa 2,0% des bestehenden Versicherungsportefeuilles aus fortgeführten Geschäftsbereichen zediert (2008: 2,2%).

ÜBRIGER RISIKOTRANSFER — Der Risikotransfer findet primär in Form von Rückversicherung statt. Alternative Formen des Risikotransfers (zum Beispiel Verbriefung) erfordern eine formelle Genehmigung des Group Risk Committee. Gegenwärtig nutzt die Gruppe keine nennenswerten alternativen Formen des Risikotransfers.

Versicherungsrisiken werden regelmässig an das Group Risk Committee berichtet.

SENSITIVITÄTSANALYSE — Die Swiss Life-Gruppe verwendet hinsichtlich Versicherungs- und Marktrisiken den Market Consistent Embedded Value (MCEV) gemäss den Market Consistent Embedded Value Principles ©1 des European Insurance CFO Forum – als eines der wichtigsten Führungsinstrumente – für die Sensitivitätsanalyse. Der Embedded Value dient aus Sicht des Aktionärs als Indikator für den Wert des bestehenden Versicherungsportefeuilles. Er setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: dem den Aktionären zuzuordnenden Nettoinventarwert (NAV) und dem Wert des Bestandesgeschäfts (Value of In-Force Business – VIF). Zukünftiges Neugeschäft wird nicht einbezogen.

1 Copyright © Stichting CFO Forum Foundation 2008

Per 31. Dezember 2009 belief sich der MCEV der Swiss Life-Gruppe auf CHF 6,9 Milliarden (2008: CHF 6,3 Milliarden). Aufgrund unterschiedlicher Bewertungsmethoden werden Veränderungen des Embedded Value in der konsolidierten Bilanz und der konsolidierten Erfolgsrechnung der Swiss Life-Gruppe normalerweise nicht in demselben Mass widergespiegelt, und umgekehrt.

Die Berechnungen des MCEV beruhen auf Wirtschaftsszenarien, welche zu Marktbedingungen am Bewertungsstichtag kalibriert werden. Dafür wurden zu einigen Faktoren realitätsnahe Annahmen getroffen, vor allem zur Asset Allocation, Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer, Kosten- und Schadenentwicklung, zum Verhalten der Versicherungsnehmer, zur Sterblichkeit und zur Morbidität. Dabei wird von der Fortführung des Geschäfts auf gleichem Niveau ausgegangen (Going Concern), und die gegenwärtigen Kostensätze werden – inflationsbereinigt – auch für die Zukunft angenommen. Dem MCEV werden die zukünftigen Kosten für das Stellen des dem Versicherungsgeschäft vom Aktionär zu unterlegenden klassischen Solvenzkapitals belastet. Die Swiss Life-Gruppe berechnet den Embedded Value für sämtliche ihrer Kranken- und Lebensversicherungsgesellschaften. Alle anderen Unternehmen werden zum Nettobuchwert nach IFRS berücksichtigt. Folglich hat die Sensitivität des Embedded Value auf den Wert dieser Unternehmen keine Auswirkungen.

Eine Analyse der Sensitivität gibt darüber Aufschluss, in welchem Mass Schwankungen der Risikofaktoren den Embedded Value beeinflussen. Die Analyse beruht auf Änderungen der Annahmen, die zur Berechnung des Embedded Value verwendet werden, wobei ein spezifischer Risikofaktor verändert wird, während alle anderen Annahmen konstant gehalten werden. In der Praxis ist dieser Fall unwahrscheinlich, und Änderungen einiger Annahmen sind möglicherweise korreliert. Bei einer Veränderung eines spezifischen Risikofaktors geht der Effekt der sich dadurch verändernden Zuweisungen an die Überschussbeteiligungen der Versicherungsnehmer in die Analyse ein. Die Veränderungen des Risikofaktors werden auf den gesamten Projektionszeitraum angewandt.

Für die fortgeführten Geschäftsbereiche ergibt die Sensitivitätsanalyse in Bezug auf das Versicherungsrisiko Folgendes:

Eine höhere Sterblichkeit hätte einen positiven Effekt auf den Embedded Value aus Leibrenten (Erlebensfallrisiko), während der negative Effekt auf den Embedded Value aus Verträgen mit Todesfallrisiko aufgrund der entsprechend tieferen Überschussanteile der Versicherungsnehmer vergleichsweise gering ausfällt. Deshalb stellt diese Sensitivität für den Embedded Value kein signifikantes Risiko dar.

Wäre der Langlebigkeitsparameter (erfasst die zukünftige Verbesserung der Langlebigkeit) um 5% gestiegen, wäre der Embedded Value am 31. Dezember 2009 um CHF 50 Millionen tiefer (2008: CHF 42 Millionen tiefer) ausgefallen.

Wäre die Morbidität um 5% gestiegen, wäre der Embedded Value am 31. Dezember 2009 um CHF 107 Millionen tiefer (2008: CHF 87 Millionen tiefer) ausgefallen.

Wäre die Morbidität um 5% gesunken, wäre der Embedded Value am 31. Dezember 2009 um CHF 105 Millionen höher (2008: CHF 96 Millionen höher) ausgefallen.

In Bezug auf das Marktrisiko ergibt die Sensitivitätsanalyse Folgendes:

Die Berechnungen des MCEV der Swiss Life-Gruppe beruhen auf Wirtschaftsszenarien, welche zu Marktbedingungen am Bewertungsstichtag kalibriert werden. Wären die Zinssätze um 100 Basispunkte höher gewesen, wäre der Embedded Value am 31. Dezember 2009 um CHF 982 Millionen höher (2008: CHF 1020 Millionen höher) ausgefallen.

Wären die Zinssätze um 100 Basispunkte tiefer gewesen, wäre der Embedded Value am 31. Dezember 2009 um CHF 1535 Millionen tiefer (2008: CHF 1747 Millionen tiefer) ausgefallen.

Wäre die implizierte Volatilität von Swaptions um 25% höher gewesen, wäre der Embedded Value am 31. Dezember 2009 um CHF 347 Millionen tiefer (2008: CHF 376 Millionen tiefer) ausgefallen.

Wäre die implizierte Volatilität von Swaptions um 25% tiefer gewesen, wäre der Embedded Value am 31. Dezember 2009 um CHF 345 Millionen höher (2008: CHF 284 Millionen höher) ausgefallen.

Wäre der Marktpreis von Aktien und Liegenschaften um 10% höher gewesen, wäre der Embedded Value am 31. Dezember 2009 um CHF 901 Millionen höher (2008: CHF 909 Millionen höher) ausgefallen.

Wäre der Marktpreis von Aktien und Liegenschaften um 10% tiefer gewesen, wäre der Embedded Value am 31. Dezember 2009 um CHF 997 Millionen tiefer (2008: CHF 1057 Millionen tiefer) ausgefallen.

Wäre die implizierte Volatilität von Aktien und Liegenschaften um 25% höher gewesen, wäre der Embedded Value am 31. Dezember 2009 um CHF 392 Millionen tiefer (2008: CHF 274 Millionen tiefer) ausgefallen.

Wäre die implizierte Volatilität von Aktien und Liegenschaften um 25% tiefer gewesen, wäre der Embedded Value am 31. Dezember 2009 um CHF 302 Millionen höher (2008: CHF 193 Millionen höher) ausgefallen.

Hätte sich der Euro gegenüber dem Schweizer Franken um 10% aufgewertet, wäre der Embedded Value am 31. Dezember 2009 um CHF 249 Millionen höher (2008: CHF 229 Millionen höher) ausgefallen.

Hätte sich der Euro gegenüber dem Schweizer Franken um 10% abgewertet, wäre der Embedded Value am 31. Dezember 2009 um CHF 249 Millionen tiefer (2008: CHF 229 Millionen tiefer) ausgefallen.

Die Sensitivität der Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft wird zu Zwecken des internen Risikomanagements und zur Erfüllung aufsichtsrechtlicher Anforderungen (Schweizer Solvenztest) auch auf wirtschaftlicher Basis analysiert.




 
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