versicherungsgeschäft Schweiz — Swiss Life in der Schweiz weist für das Jahr 2009 mit CHF 467 Millionen ein gutes Segmentergebnis aus. Das Finanzergebnis des Schweizer Geschäfts hat sich stark erholt und lag bei CHF 2,7 Milliarden. Bei den direkten Kapitalerträgen musste Swiss Life als Folge von tieferen Hedge-Funds-Ausschüttungen und niedrigeren Dividendenerträgen aus Aktien zwar einen leichten Rückgang hinnehmen. Die Kapitalgewinne hingegen entwickelten sich erfreulich und haben im Unterschied zum Vorjahr, als Wertberichtigungen auf Aktien und Hedge Funds notwendig waren, mit CHF 73 Millionen wieder positiv zum Finanzergebnis beigetragen.

Der Betriebsaufwand erhöhte sich um 20% auf CHF 860 Millionen. Dies ist jedoch nicht charakteristisch für den aktuellen Kostenverlauf, da im Vorjahr eine Nettoaktivierung von Abschlusskosten enthalten war. Das Geschäftsjahr 2009 ist ausserdem im Zusammenhang mit den laufenden Effizienzprogrammen mit erheblichen Restrukturierungskosten von über CHF 63 Millionen belastet. Operativ konnten die Verwaltungskosten um 14% gesenkt werden. Die Effizienzsteigerung kam durch Prozessoptimierung und eine Projektportfolioreduktion zustande.

Die Prämien im Schweizer Lebensversicherungsmarkt sanken nach Angaben des Schweizerischen Versicherungsverbandes (SVV) um 1,9% auf CHF 27,9 Milliarden. In der Kollektivversicherung nahmen die Prämien 3,6% ab, in der Einzelversicherung 2,4% zu. Das Prämienvolumen von Swiss Life konnte mit CHF 7,5 Milliarden auf hohem Niveau gehalten werden. 77% der Prämien stammen aus der beruflichen Vorsorge. Die Prämien in der Kollektivversicherung nahmen gegenüber dem Vorjahr nach Korrektur eines Einmaleffektes um 3,4% ab. Dadurch reduzierte sich der Marktanteil von Swiss Life auf 29,6%. In der Einzelversicherung stiegen die Prämien um 2,0%; der Marktanteil betrug dort 19,4%.

In der Berichtsperiode konnte der Vertrieb von Produkten über AWD, gemessen am Produktionsvolumen, markant auf CHF 112 Millionen gesteigert werden.

Die Versicherungsleistungen inklusive Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen reduzierten sich um 2% auf CHF 7,9 Milliarden. Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf die Reduktion des BVG-Mindestzinssatzes von 2,75 auf 2% und auf die tieferen Spareinlagen zurückzuführen. Aufgrund des wesentlich besseren Finanzergebnisses konnte die Zuweisung an die Überschussreserven stark erhöht werden.

Für die trotz Prämienrückgang starke Ergebnisverbesserung war neben der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit das fokussierte Streben nach ausgeprägterer Kundenorientierung ausschlaggebend.

Swiss Life überzeugte mit den im Jahr 2009 eingeführten Produkten. Im vierten Quartal lancierte das Unternehmen Swiss Life Champion Invest, eine fondsgebundene Kapitalversicherung, Swiss Life Protection, eine Todesfall- und/oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung mit individuellem Risikotarif, und Swiss Life Active Win, eine Erlebensfallversicherung, kombiniert mit einer Termingeldanlage. Ferner steht seit dem zweiten Quartal das Produkt Swiss Life Champion Duo ohne garantiertes Todesfallkapital im Angebot. Im Kollektivlebengeschäft deckt Swiss Life das Bedürfnis nach einem breiteren und flexibleren Produktsortiment mit kostengünstigen Standardprodukten und massgeschneiderten Vorsorgelösungen ab. Des Weiteren wurde für den autonomen und teilautonomen Pensionskassenmarkt das Kompetenzzentrum Swiss Life Pension Services weiter ausgebaut.

Dem angepassten Sortiment entsprechend, ist die Organisation sowohl im Innen- als auch im Aussendienst neu ausgerichtet worden. Zudem stärken nun Verkaufsleiter den Aussendienst. Die ehemals 58 Generalagenturen sind auf 42 in den wichtigsten Verkaufsregionen reduziert und mit Standortinvestitionen versehen worden. Die engere Brokerbetreuung und die Konzentration auf eine effektive Vertriebskraft führten im Rahmen der Multikanalstrategie zu einem signifikant höheren Brokervolumen (inkl. AWD).

Für das Jahr 2010 plant Swiss Life die Einführung von weiteren modernen Vorsorgelösungen mit wählbaren Garantien und Risikoprodukten, die weniger Kapital binden und tiefere Kosten verursachen. Die Beratung erfolgt themenorientiert, das Angebot von Dienstleistungen im Bereich der Anlage- und Pensionskassenberatung wird erweitert, und eine neue teilautonome Standardlösung für Sammelstiftungen wird angeboten. Die Umsetzung der auf das Jahr 2012 ausgerichteten Massnahmen zur Effizienzsteigerung ist auf Zielkurs, was zu einer weiteren Senkung der Verwaltungskosten führen wird.

Kennzahlen Versicherungsgeschäft Schweiz
Beträge in Mio. CHF 
  20092008+/–
Verbuchte Bruttoprämien, Policengebühren und erhaltene Einlagen
  7 5188 172–8.0%
Verdiente Nettoprämien und verdiente Policengebühren (netto)
  7 2887 963–8.5%
Ertrag aus Gebühren, Kommissionen und Provisionen
  3149–36.7%
Finanzergebnis
  2 704–25n. a.
Übriger Ertrag
  103292–64.7%
Total Ertrag
  10 1268 27922.3%
Versicherungsleistungen und Schadenfälle (netto)
  –7 887–8 059–2.1%
Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer
  –806–112n. a.
Zinsaufwand
  –106–141–24.8%
Betriebsaufwand
  –860–71520.3%
Total Aufwand
  –9 659–9 0277.0%
Segmentergebnis
  467–748n. a.
Kontrollierte Vermögen
  73 84170 3654.9%
Versicherungstechnische Rückstellungen
  65 40664 4621.5%
Anzahl Mitarbeitende (Vollzeitstellen)
  2 4892 743–9.3%