28 Kapitalbewirtschaftung

Bei der Kapitalbewirtschaftung verfolgt die Gruppe folgende Ziele: Erfüllung der aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen, Bestimmung und Bewirtschaftung des ökonomischen Kapitals und Erreichen der Zielvorgaben des Unternehmens in Bezug auf das Ratingkapital. Ausserdem verwaltet das Unternehmen die Zusammensetzung und Qualität des Kapitals aktiv, um die Kapitalstruktur und den Zinsdeckungsgrad kontinuierlich zu optimieren.

Aufsichtsrechtliche Anforderungen

Gemäss dem Bundesgesetz betreffend die Aufsicht über Versicherungsunternehmen und der entsprechenden Verordnung erstattet die Swiss Life-Gruppe als Versicherungsgruppe der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) Bericht. Die Berichterstattung deckt das Risikomanagement gemäss Anhang 5, die Gruppensolvabilität, die Rechts- und Führungsstruktur sowie die gruppeninternen Transaktionen ab. Sie erfolgt je nach Thema ad hoc, quartalsweise, halbjährlich oder jährlich und wird vom Konzernrevisorat jährlich überprüft. Per 31. Dezember 2008 erfüllte die Gruppe die gesetzlichen Anforderungen.

Die Entscheidungen in Bezug auf das Risiko- und Wertmanagement der Gruppe erfolgen in erster Linie auf Basis des Embedded Value und des ökonomischen Risikokapitals. Dieses Kapital wird für jedes Land und jeden Geschäftsbereich nach der Bottom-up-Methode bestimmt, wobei Marktrisiken, Ausfallrisiken, Versicherungsrisiken, operationelle Risiken und strategische Risiken berücksichtigt werden. Markt- und Versicherungsrisiko werden anhand des Value-at-Risk-Ansatzes mit einem 99,5%-Perzentil und einer einjährigen Haltefrist berechnet. Das Ausfallrisiko wird als erwartete Unterdeckung mit einem 99%-Perzentil berechnet, während die operationellen und strategischen Risiken auf einer Basel II ähnlichen Grösse erhoben werden. In Übereinstimmung mit dem Schweizer Solvenztest (SST) wird angenommen, dass die Markt- und Versicherungsrisiken nicht korrelieren, während das übrige Risikokapital kumuliert wird. Einzelne Posten des nach der Bottom-up-Methode bestimmten Risikokapitals der Länder und Geschäftsbereiche werden monatlich zur Schätzung der SST-Marge der Muttergesellschaft beigezogen. Die Kalibrierung wird anhand der umfassenden Bewertung der SST-Marge per Jahresbeginn vorgenommen.

Um der spezifischen Situation in einem Land bzw. einem Geschäftsbereich zu entsprechen, werden zusätzlich zum ökonomischen Risikokapital die Solvabilität I sowie andere lokal geltende statutarische Einschränkungen berücksichtigt.

Ökonomische und statutarische Kapitalbeschränkungen sind die wichtigsten Bestandteile bei der Risikobudgetierung. Auf Basis der Risikobudgets legt die Konzernleitung (Group Risk Committee) die Risikolimiten für jedes Land und jeden Geschäftsbereich fest. Diese Limiten werden monatlich überprüft.

Ratingkapital von Standard & Poor’s

Swiss Life strebt ein bestimmtes Rating in Bezug auf die Kapitalausstattung an. Im auf dem risikobasierten Kapital beruhenden Modell von Standard & Poor’s wird das Total Adjusted Capital (TAC) als Mass für das verfügbare Kapital genommen, über das ein Unternehmen zur Abdeckung seines Kapitalbedarfs verfügen muss. Das TAC ist eine enger gefasste Messgrösse für das Kapital, durch welche die Realisierung von Vermögenswerten in einer kurzfristigeren Betrachtungsweise widerspiegelt wird. Neben der Eigenkapitaladäquanz misst Standard & Poor’s ausserdem die Qualität des Kapitals hinsichtlich Aspekten wie Hebelwirkung von Fremd- und Hybridkapital oder Rückversicherung. In Einklang mit der aktiven Kapitalbewirtschaftung verwendet die Swiss Life-Gruppe hybride Finanzinstrumente zur Verbesserung ihrer Kapitalstruktur.

Kernkapital

Das Kapital der Gruppe erfüllt verschiedene wichtige Funktionen: Mittel für künftiges Wachstum, Sicherheit für Aktionäre und Versicherungsnehmer sowie Absicherung künftiger Risiken. Das ausgewiesene Kernkapital der Gruppe umfasst neben dem ausgewiesenen Eigenkapital bestimmte Verbindlichkeiten mit Eigenkapitalcharakter (hybride Kapitalinstrumente) sowie unter Verbindlichkeiten ausgewiesene Positionen mit Eigenkapitalcharakter (theoretische Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer unter Berücksichtigung von zusätzlichen Abschreibungen auf aktivierten Abschlusskosten [DAC] und Anrechnung latenter Steuern).

Mio. CHFAnhang  31.12.200831.12.2007
Eigenkapital  6 6527 334
Hybride Kapitalinstrumente22  2 6772 936
Unter Verbindlichkeiten ausgewiesene Positionen mit Eigenkapitalcharakter  6781 324
Total Kernkapital  10 00711 594


 
Zurück