versicherungsgeschäft Schweiz | Swiss Life behauptete 2008 in der Schweiz die führende Marktposition und erzielte weitere Fortschritte bei der Umsetzung der Strategie. So konnten die operativen Kosten um zusätzliche 3% gesenkt, verschiedene Produktinnovationen erfolgreich am Markt eingeführt, die Effektivität im Aussendienst gesteigert und die Zusammenarbeit mit AWD gestartet werden. Allerdings führten die Verwerfungen an den Finanzmärkten insbesondere im vierten Quartal zu hohen Wertverlusten auf den Kapitalanlagen, so dass beim Finanzergebnis ein Verlust von CHF 25 Millionen verzeichnet werden musste. Im Vorjahr war noch ein positives Ergebnis von CHF 2556 Millionen angefallen. Es resultierte ein Segmentverlust in Höhe von CHF 748 Millionen gegenüber einem Segmentgewinn in Höhe von CHF 650 Millionen im Vorjahr.

Die Prämien im Schweizer Lebensversicherungsmarkt erhöhten sich gemäss Schätzungen des Schweizerischen Versicherungsverbandes (SVV) 2008 um 2,7% auf CHF 28,5 Milliarden. Der Anstieg bei den Prämien belief sich in der Kollektivversicherung auf 3,2%, in der Einzelversicherung auf 1,4%. Nach dem starken Wachstum von 11% im Vorjahr und aufgrund der Zurückhaltung bezüglich der von vielen Wettbewerbern durchgeführten Rabattaktionen verzeichnete Swiss Life im Geschäftsjahr 2008 einen leichten Prämienrückgang von 3% auf CHF 8172 Millionen. Rund 80% des Prämienvolumens erzielte Swiss Life in der beruflichen Vorsorge. Mit CHF 6476 Millionen ging das Prämienvolumen in diesem Geschäft um 3% zurück. Der Marktanteil von Swiss Life betrug 32% (Vorjahr: 34%). In der Einzelversicherung reduzierten sich die Prämieneinnahmen um 1% auf CHF 1696 Millionen, und der Marktanteil ging ebenfalls leicht zurück auf 19%. Mit einem Marktanteil von insgesamt 28% behauptete Swiss Life 2008 die Position als Nummer eins in ihrem Heimmarkt.

Die Versicherungsleistungen inklusive Veränderung der versicherungstechnischen Rückstellungen reduzierten sich um 8% auf CHF 8059 Millionen. Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf den tieferen Rückstellungsbedarf für künftige Risiken und die tieferen Sparprämien zurückzuführen. Auch der günstige Schadenverlauf hatte einen positiven Effekt. Aufgrund des Einbruchs des Finanzergebnisses fiel die Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer tiefer aus. Der Betrag reduzierte sich von CHF 458 Millionen im Vorjahr auf CHF 112 Millionen.

Kennzahlen Versicherungsgeschäft Schweiz 
Mio. CHF20082007+/–
Verbuchte Bruttoprämien, Policengebühren und erhaltene Einlagen8 1728 413–2.9%
Verdiente Nettoprämien und verdiente Policengebühren (netto)7 9638 200–2.9%
Ertrag aus Vermögensverwaltung und übriger Kommissionsertrag493828.9%
Finanzergebnis (ohne Ergebnisanteile an assoziierten Unternehmen)–252 556n.a.
Übriger Ertrag292–24n.a.
Total Ertrag8 27910 770–23.1%
Versicherungsleistungen und Schadenfälle (netto)–8 059–8 758–8.0%
Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer–112–458–75.5%
Zinsaufwand–141–1336.0%
Betriebsaufwand–715– 771–7.3%
Total Aufwand–9 027–10 120–10.8%
Segmentergebnis–748650n.a.
Kontrollierte Vermögen70 36574 996–6.2%
Versicherungstechnische Rückstellungen64 46267 256–4.2%
Anzahl Mitarbeitende (Vollzeitstellen)2 7432 792–1.8%


Beim Aufwand gelang es Swiss Life, den positiven Trend der letzten Jahre fortzusetzen. Die operativen Kosten konnten um weitere 3% gesenkt werden. Diese Entwicklung basiert auf Effizienzgewinnen aus der abgeschlossenen Integration der «La Suisse», der Optimierung von Prozessen sowie dem erfolgreichen Abschluss von Projekten. Der gesamte Betriebsaufwand reduzierte sich um 7% auf CHF 715 Millionen.

Swiss Life konnte 2008 mit verschiedenen Produktinnovationen aufwarten, die sich ganz an den aktuellen Kundenbedürfnissen ausrichten. Noch im ersten Quartal 2008 brachte das Unternehmen das Produkt «Swiss Life VitalityPlus» auf den Markt. Bei diesem mit periodischen Prämien finanzierten fondsgebundenen Produkt ist es möglich, zugunsten einer höheren Sparprämie auf den Todesfallschutz zu verzichten. Im zweiten Quartal folgte in der Kollektivversicherung das innovative Produkt «Swiss Life ErtragPlus», bei dem die Kunden im Überobligatorium zugunsten von höheren erwarteten Renditen auf eine Mindestverzinsung verzichten. Das mit Einmaleinlage finanzierte fondsgebundene Rentenprodukt «Swiss Life Calmo Funds» brachte Swiss Life im vierten Quartal auf den Markt. Das erste über AWD vertriebene Produkt heisst «Swiss Life Champion Duo». Dabei handelt es sich um eine mit periodischen Prämien finanzierte fondsgebundene Spar- und Risikoversicherung. AWD trug wesentlich zur Entwicklung des Produkts bei, so dass auch die Einführung über diesen Vertriebskanal sehr erfolgreich verlief. Neben der verstärkten Produktentwicklung und der Effizienzsteigerung waren der Ausbau des Multikanalvertriebs, die Ausrichtung auf attraktive Kundensegmente und die bessere Ausschöpfung des bestehenden Kundenstammes weitere Schwerpunkte von Swiss Life im Geschäftsjahr 2008.

Am 1. September 2008 stiess Ivo Furrer, zuletzt CEO Leben Schweiz und Mitglied des Global Life Executive Committee der Zurich Financial Services Group, als neuer CEO Schweiz zu Swiss Life. Er löste Paul Müller ab, der sich nach sechs Jahren erfolgreicher Tätigkeit für Swiss Life aus dem operativen Geschäft zurückzog und im Dezember 2008 in den Verwaltungsrat der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht gewählt wurde.

Mit dem Ziel, die Kundenorientierung weiter zu stärken und dadurch die Position als Nummer eins in der finanziellen Vorsorge auszubauen, passte Swiss Life Anfang 2009 die Organisation in der Schweiz an und verstärkte die Geschäftsleitung mit zusätzlichen Funktionen. Damit wurden die Voraussetzungen geschaffen, um den Multikanalvertrieb fokussiert auf attraktive Kundensegmente auszubauen, die Innovation zu fördern sowie Qualität und Effizienz weiter zu steigern.