konsolidiertes ergebnis | Die Swiss Life-Gruppe erzielte 2008 einen Reingewinn von CHF 345 Millionen. Unter Berücksichtigung der Minderheitsanteile belief sich der den Aktionären zurechenbare Gewinn auf CHF 350 Millionen. Dies entspricht einem (verwässerten) Gewinn je Aktie von CHF 10.88 und einer Eigenkapitalrendite von 5,0%. Der ausgewiesene Gewinn beinhaltet ausserordentliche Gewinne nach Steuern in Höhe von CHF 1488 Millionen aus den Verkäufen des niederländischen und des belgischen Geschäfts sowie der Banca del Gottardo. Im fortgeführten Geschäft resultierte 2008 ein Verlust von CHF 1143 Millionen gegenüber einem Gewinn von CHF 726 Millionen im Vorjahr. Dieses enttäuschende Ergebnis ist auf die negative Entwicklung an den Finanzmärkten und deren Auswirkungen auf das Finanzergebnis zurückzuführen, das durch die notwendig gewordenen Wertberichtigungen auf Anlagen und das Realisieren von Verlusten zur Minderung der Risiken mit CHF 0,5 Milliarden massiv tiefer ausfiel als im Vorjahr mit CHF 4,9 Milliarden. Weiter ist im Gewinn eine Wertberichtigung auf der Beteiligung an MLP von CHF 159 Millionen (EUR 100 Millionen) berücksichtigt.

Betriebsergebnis von Entwicklungen an Finanzmärkten beeinträchtigt | Beim Betriebsergebnis aus den fortgeführten Geschäftsbereichen resultierte ein Verlust von CHF 842 Millionen. Das Versicherungsgeschäft in der Schweiz war von den Verwerfungen an den Finanzmärkten am stärksten betroffen. In diesem Segment verzeichnete Swiss Life einen Segmentverlust von CHF 748 Millionen. Im Vorjahr konnte noch ein Gewinn von CHF 650 Millionen erzielt werden. Die Betriebsergebnisse des Versicherungsgeschäfts in Frankreich und in Deutschland gingen aufgrund der Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf das Finanzergebnis gegenüber dem Vorjahr ebenfalls deutlich zurück. In Frankreich resultierte ein Segmentgewinn von CHF 40 Millionen und in Deutschland einer von CHF 29 Millionen. Der Verlust in Höhe von CHF 36 Millionen im Segment Versicherungsgeschäft Übrige, das die Gesellschaften in Luxemburg und in Liechtenstein umfasst, ist hauptsächlich auf die Investitionen in den Aufbau der neuen Produktplattform in Luxemburg sowie den geografischen Ausbau des Geschäfts für vermögende Privatkunden zurückzuführen. Im Segment Investment Management konnte trotz dem widrigen Marktumfeld mit CHF 94 Millionen ein Ergebnis auf dem Niveau des Vorjahrs erzielt werden.

Die AWD Gruppe wird seit Ende März 2008 in der Berichterstattung der Swiss Life-Gruppe konsolidiert und als Segment ausgewiesen. In diesem Segment resultierte ein Verlust von CHF 41 Millionen. Das operative Ergebnis von AWD ging wegen der Entwicklungen in den Märkten Grossbritannien und Österreich infolge der Finanzmarktkrise deutlich zurück. Zudem enthält das Segmentergebnis Restrukturierungskosten in Höhe von rund CHF 40 Millionen für die Fokussierung des Geschäfts in Grossbritannien und den Aufwand in Höhe von CHF 21 Millionen für die Amortisation des im Zusammenhang mit der Übernahme aktivierten Vermögenswerts für bestehende Kundenbeziehungen. Das Ergebnis im Segment Übrige, das vor allem Finanzierungs- und Holdinggesellschaften umfasst, ging infolge von Währungseffekten von CHF 62 Millionen auf CHF 9 Millionen zurück. Die nicht zugeordneten Corporate Costs erhöhten sich von CHF 73 Millionen im Vorjahr auf CHF 116 Millionen. Der Anstieg wurde hauptsächlich durch einmalige Aufwendungen für Projekte im Zusammenhang mit der Strategieumsetzung verursacht.

Wachstumsdynamik gebremst | Die Swiss Life-Gruppe erzielte 2008 Bruttoprämieneinnahmen, Policengebühren und Einlagen aus Versicherungs- und Kapitalanlageverträgen in Höhe von CHF 18,5 Milliarden. Beim Vergleich mit dem Vorjahr muss berücksichtigt werden, dass im ersten Halbjahr 2007 noch die Prämienvolumen der inzwischen verkauften französischen ERISA-Gesellschaften in Höhe von rund CHF 1,9 Milliarden enthalten waren. Ohne ERISA-Beitrag belief sich der Prämienrückgang auf 4%. Der Rückgang ist vor allem auf die tieferen Einnahmen aus Einlagen aus Versicherungs- und Kapitalanlageverträgen zurückzuführen. Die verdienten Nettoprämien konnten mit CHF 13,3 Milliarden auf dem Niveau des Vorjahrs gehalten werden. In der Schweiz erzielte Swiss Life Bruttoprämieneinnahmen in Höhe von CHF 8,2 Milliarden, die 44% des gesamten Prämienvolumens entsprechen. In Frankreich steigerte Swiss Life die Prämieneinnahmen auf vergleichbarer Basis um 4% auf CHF 5,8 Milliarden, womit der französische Anteil am gesamten Volumen 2008 31% ausmachte. In Deutschland gingen die Prämieneinnahmen vor allem wegen des marktbedingten Einbruchs der Einmaleinlagen um 8% zurück auf CHF 2,0 Milliarden. Der Beitrag des deutschen Versicherungsgeschäfts am gesamten Prämienvolumen erreichte 11%. Im vornehmlich grenzüberschreitenden Geschäft der Gesellschaften in Liechtenstein und Luxemburg erzielte Swiss Life 2008 Bruttoprämieneinnahmen in Höhe von CHF 2,6 Milliarden. Der Rückgang um 20% gegenüber dem Vorjahr ist insbesondere eine Folge der Liquiditätsorientierung der vermögenden Privatkunden aufgrund der Verschärfung der Finanzmarktkrise. Der Anteil dieses Segments am gesamten Prämienvolumen betrug 14%.

Die Kommissionserträge aus dem Vermögensverwaltungsgeschäft und die übrigen Kommissionserträge erhöhten sich aufgrund der erstmaligen Konsolidierung von AWD von CHF 196 Millionen auf CHF 950 Millionen.

Kennzahlen Swiss Life-Gruppe 
Mio. CHF20082007+/–
Verbuchte Bruttoprämien, Policengebühren und erhaltene Einlagen18 51521 213–12.7%
Verdiente Nettoprämien und verdiente Policengebühren (netto)13 51413 705–1.4%
Ertrag aus Vermögensverwaltung und übriger Kommissionsertrag950196n.a.
Finanzergebnis4514 935–90.9%
Übriger Ertrag29214798.6%
Total Ertrag15 20718 983–19.9%
Versicherungsleistungen und Schadenfälle (netto)–12 915–13 268–2.7%
Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer429–1 746n.a.
Zinsaufwand–393–455–13.6%
Betriebsaufwand–3 319–2 48933.3%
Total Aufwand–16 198–17 958–9.8%
Betriebsgewinn– 9911 025n.a.
Reingewinn3451 368–74.8%
Eigenkapital6 6527 334–9.3%
Versicherungstechnische Rückstellungen113 308121 829–7.0%
Verwaltete Vermögen120 364121 167–0.7%
Kontrollierte Vermögen134 326138 946–3.3%
Eigenkapitalrendite (in %)5.018.1n.a.
Anzahl Mitarbeitende (Vollzeitstellen)8 1848 556–4.3%


Finanzergebnis von hohen Wertberichtigungen belastet | Die Krise am US-amerikanischen Immobilienmarkt, von der Swiss Life direkt in keiner Weise betroffen war, zog 2008 alle Anlageklassen in Mitleidenschaft. Durch die notwendig gewordenen Wertberichtigungen auf Anlagen und das Realisieren von Verlusten zur Minderung der Risiken in der Bilanz reduzierte sich in diesem ausserordentlichen Jahr das Finanzergebnis aus den auf eigenes Risiko gehaltenen Kapitalanlagen im Versicherungsgeschäft massiv von CHF 4,2 Milliarden auf CHF 0,3 Milliarden. Die direkten Erträge konnten zwar auf dem Niveau des Vorjahrs gehalten werden, so dass wiederum eine direkte Anlagerendite von 4,1% erzielt werden konnte. Inklusive der erfolgsrelevanten Veränderungen der Vermögenswerte sowie der realisierten Verluste im Zusammenhang mit der Reduktion der Bilanzrisiken und einschliesslich der Kosten für die Vermögensverwaltung reduzierte sich aber die Nettoanlagerendite auf 0,3% (Vorjahr: 3,8%). Die Gesamtrendite von 0,5% (Vorjahr: 1,0%) beinhaltet auch die sich direkt im Eigenkapital niederschlagenden Änderungen der Vermögenswerte. Unter Berücksichtigung des Fair Value der nicht zu Marktwerten bilanzierten Anlagen betrug die Gesamtperformance –0,7%. Swiss Life hat aufgrund der dramatischen Entwicklung an den Finanzmärkten in der zweiten Hälfte von 2008 die Risiken in der Bilanz massiv reduziert. Die angepasste Anlagenstruktur ist darauf ausgerichtet, auch unter anhaltend schwierigen Marktbedingungen und dem aktuell tiefen Zinsniveau einen Kapitalertrag erzielen zu können, der über den gegenüber den Kunden garantierten Leistungen liegt. Diese Massnahmen haben sich in den letzten Wochen von 2008 und in den ersten Monaten von 2009 bewährt.

Weitere Effizienzsteigerungen angestrebt | Die Versicherungsleistungen und die Veränderung des Deckungskapitals reduzierten sich netto um 3% auf CHF 12,9 Milliarden. Aufgrund des deutlich tieferen Finanzergebnisses und der Spezialsituationen in einzelnen Ländern infolge von Bewertungsunterschieden in der Rechnungslegung nach lokalen und nach IFRS-Richtlinien ergab sich bei der Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer für Swiss Life ein Ertrag von CHF 429 Millionen. Die operativen Kosten erhöhten sich auf vergleichbarer Basis aufgrund der Investitionen in neue Geschäftsfelder und Wachstumsinitiativen um 8%. In der Schweiz hingegen konnten die operativen Kosten um weitere 3% reduziert werden.

Striktes Kostenmanagement hat bei Swiss Life nach wie vor hohe Priorität. In diesem Zusammenhang kündigte Swiss Life im November 2008 an, den Konzernhauptsitz in Zürich zu straffen und die Kosten um weitere CHF 90 Millionen zu reduzieren. Hauptsächlich aufgrund der erstmaligen Konsolidierung der AWD Gruppe erhöhte sich der Betriebsaufwand insgesamt von CHF 2,5 Milliarden auf CHF 3,3 Milliarden. Bei den Steuern resultierte im Zusammenhang mit nicht mehr benötigten Steuerrückstellungen aus den Vorjahren und den aus rechtlichen Gründen nicht aktivierbaren Verlustvorträgen ein Ertrag von CHF 29 Millionen. Im Vorjahr betrug der Steueraufwand CHF 122 Millionen.

Solide Kapitalbasis | Die Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft gingen um 7% auf CHF 113,3 Milliarden zurück. Mehr als die Hälfte dieser Reduktion ist auf Währungseffekte zurückzuführen. Weiter trugen Vertragsauflösungen in der Schweiz und die negative Entwicklung der Vermögenswerte im Geschäft mit vermögenden Privatkunden zu diesem Rückgang bei. Die Eigenkapitalausstattung ist auch nach der weiteren Verschärfung der Finanzmarktkrise im zweiten Halbjahr 2008 solide. Swiss Life hat im zweiten Halbjahr 2008 rechtzeitig die Risiken in der Bilanz deutlich reduziert, um das Eigenkapital vor den weiteren Auswirkungen der Finanzmarktkrise zu schützen. Das den Aktionären zurechenbare Eigenkapital der Swiss Life-Gruppe betrug per 31. Dezember 2008 CHF 6,6 Milliarden, was einem Rückgang von weniger als 10% gegenüber dem Vorjahreswert entspricht. Die Gruppen-Solvabilitätsquote auf IFRS-Basis belief sich per Ende Jahr auf 159%. Das Kernkapital verringerte sich von CHF 11,6 Milliarden auf CHF 10,0 Milliarden. Die von der Swiss Life-Gruppe kontrollierten Vermögen beliefen sich insgesamt auf CHF 120,4 Milliarden (–1%).

Asset Allocation auf Fair-Value-Basis per 31. Dezember (Versicherungsportefeuille) 
Mio. CHF20082007
Aktien und Aktienfonds2 3352.2%8 9678.0%
Alternative Anlagen3 2723.1%6 0255.3%
Liegenschaften12 66211.9%12 25210.9%
Hypotheken5 6445.3%5 7845.1%
Darlehen13 35512.6%14 51812.9%
Obligationen62 35058.6%61 84954.9%
Flüssige Mittel und Übrige6 7096.3%3 2632.9%
Total106 327112 658
Aktienquote netto0.8%7.5%
Duration bei Obligationen9.2 Jahre8.7 Jahre