AWD | Im Geschäftsjahr 2008 erwirtschaftete die AWD Gruppe im fortgeführten Geschäft Umsatzerlöse in Höhe von EUR 633 Millionen, was einem Rückgang von 12% gegenüber dem Rekordwert des Vorjahres entspricht. Das entsprechende Ergebnis vor Zinsen und Steuern betrug EUR 20 Millionen. Der Rückgang um EUR 63 Millionen gegenüber dem Vorjahr ist hauptsächlich auf die Entwicklungen in Österreich und Grossbritannien zurückzuführen. Zusätzlich belasteten die Aufwendungen für die Rekrutierungsoffensive und weitere Beraterbindungsmassnahmen das operative Ergebnis.

Im Heimmarkt Deutschland konnten die Umsatzerlöse trotz dem widrigen Marktumfeld mit EUR 386 Millionen auf dem Niveau des Vorjahres gehalten werden. Auch in der Schweiz, wo ein leichter Rückgang der Umsatzerlöse um 2% auf EUR 69 Millionen verzeichnet wurde, entwickelte sich AWD besser als der Marktdurchschnitt. In der Region Österreich und Zentral- und Osteuropa gingen die Umsatzerlöse in der Berichtsperiode um rund 31% auf EUR 115 Millionen zurück. Der Umsatzrückgang ist insbesondere auf die Entwicklung in Österreich zurückzuführen, wo die Entwicklung in den Vorjahren von der Ausrichtung auf aktien- und immobilienbasierte Produkte geprägt war. Die notwendigen Korrekturmassnahmen wurden vorgenommen. Die Märkte in Zentral- und Osteuropa zeigen sich weiterhin wachstumsstark, wenngleich sich die Wachstumsdynamik im zweiten Halbjahr 2008 konjunkturbedingt abschwächte. In Grossbritannien verzeichnete AWD im Jahr 2008 einen Rückgang der Umsatzerlöse von 33% auf EUR 63 Millionen. AWD wird sich künftig in Grossbritannien auf das Kerngeschäft mit Vermögensverwaltung für Private (Wealth Management) und Vorsorgeberatung für Unternehmen (Corporate Pensions Consulting) konzentrieren. Gleichzeitig wurde die Kostenbasis deutlich reduziert und die Verkaufsführung verbessert. Der Bereich Immobilienfolgefinanzierung (Home Finance) und weitere kleinere Geschäftsfelder wurden verkauft oder geschlossen. Mit dieser Fokussierung des Geschäfts und der bestehenden attraktiven Kundenbasis im Segment der vermögenden Privatkunden strebt AWD in Grossbritannien bereits 2009 wieder einen positiven Gewinnbeitrag an. Für die gesamte Restrukturierung in Grossbritannien werden im Geschäftsjahr 2008 bei der AWD Gruppe Aufwendungen in Höhe von EUR 26 Millionen verbucht. In der Berichterstattung der Swiss Life-Gruppe wird die AWD Gruppe seit Ende März konsolidiert. Für 2008 resultierte für das Segment AWD ein Verlust von CHF 41 Millionen. Neben den erwähnten Aufwendungen für die Neuausrichtung des Geschäfts in Grossbritannien ist darin auch der Aufwand für die Amortisation des bei der Übernahme aktivierten Vermögenswerts für die Kundenbeziehungen enthalten.

Kennzahlen AWD 
Mio. CHF20082007+/–
Ertrag aus Vermögensverwaltung und übriger Kommissionsertrag750n.a.
Finanzergebnis (ohne Ergebnisanteile an assoziierten Unternehmen)2n.a.
Übriger Ertrag15n.a.
Total Ertrag767n.a.
Zinsaufwand0n.a.
Betriebsaufwand–808n.a.
Segmentergebnis–41n.a.
Anzahl Mitarbeitende (Vollzeitstellen)1 749n.a.
Finanzberater6 009n.a.
Beratene Kunden429 100n.a.


Insgesamt haben AWD-Berater im Berichtsjahr rund 430 000 Kunden bei der Optimierung ihrer Finanzen unterstützt. Davon sind rund 248 000 Stammkunden und 182 000 neue Kunden. Die Beraterzahl ging 2008 um 5% auf 6009 Berater zurück. Der Rückgang erfolgte insbesondere aufgrund erhöhter Fluktuation in Österreich, Deutschland und Grossbritannien. Damit spürte auch die AWD Gruppe den sich weiter verschärfenden Wettbewerb um qualifizierte Berater. Vor allem in Deutschland veranlassten zudem die gestiegenen Qualifikationsanforderungen weniger gut ausgebildete Berater, den Markt zu verlassen. Im vierten Quartal konnte insbesondere in Deutschland eine positive Entwicklung bei den Beraterzahlen verzeichnet werden.

Die Zusammenarbeit zwischen Swiss Life und AWD entwickelt sich gut. Swiss Life gehört in Deutschland bereits bei verschiedenen Produktkategorien zur Best-Select-Palette von AWD. Die Vermittlungsvolumen sind entsprechend gestiegen. In der Schweiz führte AWD im November 2008 das erste Produkt von Swiss Life erfolgreich ein. Bei der Ausgestaltung der Partnerschaft bleibt der Best-Select-Ansatz von AWD und damit das Geschäftsmodell der unabhängigen Beratung unangetastet.

Um beste Voraussetzungen für das weitere Wachstum zu schaffen, die Marktnähe mit Best-Practice-Transfer zu verbinden und das vorhandene Potenzial für Effizienzsteigerungen weiter auszuschöpfen, wurde der Vorstand von AWD per 1. September 2008 mit zusätzlichen Funktionen verstärkt. Neben Carsten Maschmeyer wurde Manfred Behrens, bisher CEO Deutschland von Swiss Life, Co-CEO von AWD. Weiter sind die Länderverantwortlichen Rolf Wiswesser (Deutschland) und Marco Baur (Schweiz) in den Vorstand aufgerückt. Der stellvertretende Vorsitzende des Vorstands, Nils Frowein, hat die neu geschaffene Funktion des Chief Operating Officer übernommen. Als Finanzvorstand amtiert neu Martin Jünke, bisher Direktor Konzernfinanzen. Wilhelm Zsifkovits ist weiterhin für die Führung des gesamten Vertriebs zuständig.

Trotz den hohen Unsicherheiten in Bezug auf die Entwicklung an den Finanzmärkten und das damit verbundene liquiditätsorientierte Anlageverhalten der Kunden geht die AWD Gruppe für das Geschäftsjahr 2009 von einer im Vergleich zum Vorjahr deutlichen Ergebnisverbesserung aus. Die eingeleiteten Restrukturierungen in Grossbritannien, die Konsolidierung der Proventus Gruppe sowie der angestrebte Ausbau der Vertriebsstärke sollen massgeblich dazu beitragen. Bis 2012 will AWD die Umsatzerlöse auf rund EUR 1 Milliarde und den operativen Ertrag vor Steuern (EBIT) auf EUR 130 Millionen erhöhen.

 
Kundenverständnis und Innovation
Mehr Informationen
 
AWD