Asset and Liability Management | Beim langfristig ausgelegten Asset and Liability Management (ALM) werden die Erkenntnisse aus den Risikoabschätzungen und dem Risikoappetit aus der Risikobudgetierung als Basis für die Anlagestrategie herangezogen. Ziel ist es, fällige Leistungen jederzeit bezahlen zu können und stets genügend Eigenkapital zur Deckung von Wertschwankungen der Aktiven und Passiven zur Verfügung zu haben. Die Anlage der Vermögen der Versicherungsnehmer, der freien Reserven des Unternehmens sowie des Eigenkapitals erfolgt stets unter der Berücksichtigung klarer Kriterien bezüglich Sicherheit, Rendite und Liquidität.

Im Jahr 2008 wurde im vierten Quartal ein zusätzlicher szenariobasierter ALM-Prozess durchgeführt, um die aktuellsten Bewertungen in die Bestimmung von Risikofähigkeit und Risikoappetit einfliessen zu lassen. Darauf basierend wurden die Anlagestrategie (strategische Asset Allocation) und die Politik der Ausschüttung an die Versicherungsnehmer der Situation angepasst.

Die Resultate, namentlich auch die erwartete Rendite aus den Anlagen, fliessen in die Mehrjahresplanung ein, die dann von der Konzernleitung und dem Verwaltungsrat beurteilt und verabschiedet wird.

Asset Allocation | Die Anlagestrategie hat zum Ziel, das eingesetzte ökonomische Risikokapital im Einklang mit dem Risikoappetit effizient einzusetzen, d. h. die Rendite der Anlagen unter Berücksichtigung des verfügbaren Risikokapitals zu optimieren. Der aktuelle Wert und der zeitliche Ablauf der Verbindlichkeiten aus den Lebensversicherungsverträgen bilden die Grundlage dazu. Diese zukünftigen Auszahlungen sind grösstenteils bekannt, bestimmt durch die garantierten Vertragsleistungen, und werden deshalb auf der Anlageseite durch festverzinsliche Anleihen, vorwiegend Obligationen, abgedeckt. Dabei ist die Schuldnerqualität des Anleihengebers entscheidend sowie das Management des Unterschieds zwischen den Restlaufzeiten der Anlagen einerseits und den Verpflichtungen andererseits (Duration Gap).

Die anderen Verbindlichkeiten, wie der nicht garantierte Teil (Überschussanteil) einer Lebensversicherungspolice, schwanken im Lauf der Zeit, weil die auszuschüttenden Beträge gesetzlich geregelt sind oder direkt von der Entwicklung der Finanzmärkte abhängen. Die hierfür getätigten Anlagen tragen dem Charakter der Wertschwankungen Rechnung und berücksichtigen neben der langfristigen Ausrichtung auch die allenfalls benötigte Liquidität. Dies für den Fall, dass der Versicherungsnehmer von der Möglichkeit Gebrauch macht, vom Vertrag zurückzutreten.

Neben ökonomischen Gesichtspunkten bestimmen weitere Faktoren die Asset Allocation, etwa aufsichtsrechtliche oder internationale Rechnungslegungsvorschriften. Auch die Ausstattung mit Eigenmitteln (Solvenz), der Liquiditätsbedarf oder die Anforderungen von Ratingagenturen schränken die Anlagetätigkeiten ein.

Ausschüttungspolitik | Swiss Life strebt bei ihrer jährlich zu bestimmenden Ausschüttung im Rahmen der definierten Ausschüttungspolitik einen Interessenausgleich zwischen den Versicherungsnehmern und den Aktionären an. Bei den Versicherungsnehmern steht das Bedürfnis nach Sicherheit im Zentrum. Sie wünschen eine gesicherte Mindestverzinsung und regelmässige Überschüsse in angemessener Höhe. Die Aktionäre hingegen fokussieren auf ein angemessenes Verhältnis zwischen Rendite und Risiko: Sie wünschen für das von ihnen eingesetzte Kapital eine angemessene Entschädigung der Risiken in Form von Dividenden und Kapitalgewinnen.

Prozessmanagement | Swiss Life steuert den Asset-and-Liability-Management-Prozess zentral. Die Gesamtverantwortung und die Steuerung des konzernweiten ALM-Prozesses liegen in der Hand des Group Chief Financial & Risk Officer. Die für das Risiko- und Investmentmanagement zuständigen Unternehmensbereiche sowie das Aktuariat bestimmen den ALM-Prozess. Der Anlage- und Risikoausschuss des Verwaltungsrats überwacht den ALM-Prozess.

In jeder Geschäftseinheit werden die Entscheidungsgrundlagen für das ALM-Komitee in einem lokalen Gremium erarbeitet und die getroffenen Entscheide anschliessend umgesetzt. Die lokalen Gremien steuern und überwachen auch die taktischen Abweichungen in der Asset Allocation innerhalb der im ALM-Prozess festgelegten Limiten.

Produktgestaltung | Swiss Life orientiert sich bei der Produktgestaltung an den Kundenbedürfnissen. Innovative Vorsorgelösungen werden auf der Basis von Marktforschung und in Zusammenarbeit mit Distributionspartnern entwickelt.

Swiss Life verfolgt bei neuen Produkten ein Geschäftsmodell mit reduzierten Kapitalmarktrisiken und tieferem Kapitalbedarf. Bis 2012 plant Swiss Life, 70%–80% des Neugeschäfts mit Produkten ohne klassische Überschusssysteme und mit transparenten Leistungen zu schreiben. Diese basieren auf einer individuellen Fondsanlage und bieten Kunden Garantiezusagen an. Ausserdem strebt Swiss Life im gleichen Zeitraum eine Erhöhung der Deckungsbeiträge aus reinen Risikoprodukten an. Dadurch reduziert sich die Abhängigkeit der Profitabilität von der Kapitalmarktentwicklung.

Das Neugeschäft wird auf ökonomischer Basis bewertet. Swiss Life prüft die Wirtschaftlichkeit des Neugeschäfts regelmässig. So ist das Unternehmen in der Lage, die Preise, Provisionen und übrigen Marktkonditionen der einzelnen Produkte an ein sich ständig änderndes Umfeld anzupassen.

Die versicherungstechnischen Rückstellungen haben jederzeit sämtliche vertraglichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen aus dem bestehenden Geschäftsportfolio zu decken. Daher sind nicht nur die aufsichtsbehördlichen Vorschriften einzuhalten, sondern auch die internen Einschätzungen bestimmter Risikoarten einzubeziehen.