Die Swiss Life-Gruppe erzielte im ersten Halbjahr 2008 einen Reingewinn in Höhe von CHF 1,6 Milliarden. Darin sind die ausserordentlichen Gewinne aus den Verkäufen des niederländischen und des belgischen Versicherungsgeschäfts sowie der Banca del Gottardo in Höhe von CHF 1,5 Milliarden enthalten. Der Reingewinn auf dem fortgeführten Geschäft belief sich auf CHF 152 Millionen (–64%). Der Rückgang um rund 270 Millionen gegenüber der Vorjahresperiode ist auf das um CHF 2,2 Milliarden tiefere Finanzergebnis zurückzuführen. Der deutliche Rückgang des Finanzergebnisses konnte durch die Reduktion der Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer um CHF 1,6 Milliarden nur teilweise kompensiert werden.

Ergebnis durch negative Entwicklung an Finanzmärkten beeinträchtigt | Der Betriebsgewinn auf dem fortgeführten Geschäft belief sich auf CHF 227 Millionen (–63%). Das Versicherungsgeschäft trug dazu CHF 218 Millionen bei (–64%). In der Schweiz (CHF 120 Millionen; –65%), in Frankreich (CHF 100 Millionen; –49%) und in Deutschland (CHF 19 Millionen; –67%) musste wegen des deutlich tieferen Finanzergebnisses generell ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr verzeichnet werden. Aufgrund der Investitionen in das grenzüberschreitende Geschäft resultierte für das Segment Versicherungsgeschäft Übrige ein Verlust von CHF 21 Millionen. Das Segment Investment Management, das die Verwaltung der Versicherungsgelder der Swiss Life-Gruppe auf Kommissionsbasis und Drittkundenmandate umfasst, erzielte mit CHF 48 Millionen ein gutes Ergebnis auf Vorjahresniveau. Die AWD Gruppe, die seit Ende März konsolidiert wird, trug CHF 5 Millionen zum Betriebsgewinn im ersten Halbjahr bei.

In widrigem Marktumfeld Wachstumsdynamik aufrechterhalten | Die Swiss Life-Gruppe erzielte in der Berichtsperiode im fortgeführten Geschäft Bruttoprämieneinnahmen, Policengebühren und Einlagen aus Versicherungs- und Kapitalanlageverträgen in Höhe von CHF 10,9 Milliarden, was bereinigt um den Verkauf der ERISA- Gesellschaften einem Wachstum von 5% entspricht. In der Schweiz gingen nach dem starken Wachstum von 10% im Vorjahr die Prämieneinnahmen um 2% auf CHF 5,9 Milliarden zurück. Im Ausland setzte Swiss Life den Wachstumstrend mit einer Steigerung des Prämienvolumens um 14% auf CHF 5,0 Milliarden fort. Dazu beigetragen haben vor allem die Gesellschaften in Frankreich (+17%) sowie das in Liechtenstein domizilierte Geschäft für vermögende Privatkunden (+61%).

Wertberichtigungen auf Aktien belasten anlageergebnis | Die ersten sechs Monate von 2008 verliefen an den Finanzmärkten aus Anlegersicht enttäuschend. Bei den festverzinslichen Anlagen führten der Zinsanstieg sowie die Ausweitung der Kreditspanne zu Wertverlusten. Zudem brachen die Aktienkurse im europäischen Raum im Durchschnitt um rund 20% ein. Swiss Life erzielte in der Berichtsperiode eine direkte Anlagerendite im Versicherungsgeschäft von 2,1% (Vorjahr: 2,0% auf vergleichbarer Basis). Während in der Vorjahresperiode noch Kapitalgewinne von CHF 516 Millionen (netto) realisiert werden konnten, resultierten für 2008 ein Kapitalverlust (netto) und Wertberichtigungen in Höhe von CHF 1,2 Milliarden. Unter Berücksichtigung dieser erfolgsrelevanten Veränderungen der Vermögenswerte und der Kosten für die Vermögensverwaltung ging die Nettoanlagerendite im Versicherungsgeschäft daher auf 1,0% zurück (Vorjahr: 2,4%). Die Gesamtperformance auf den Anlagen im Versicherungsgeschäft von –1,2% (Vorjahr: 0,4%) beinhaltet auch die sich direkt im Eigenkapital niederschlagenden Bewertungsänderungen der Vermögenswerte. Hier wirkte sich der Zinsanstieg zusätzlich negativ aus.

Investition in Wachstum im Ausland – Effizienzsteigerung in der Schweiz | Die Versicherungsleistungen und Schadenfälle sowie die Veränderungen der technischen Rückstellungen erhöhten sich entsprechend der Prämienentwicklung um 3% auf CHF 8,5 Milliarden. Aufgrund des ungenügenden Finanzergebnisses resultierte auch nur eine sehr geringe Überschussbeteiligung der Versicherungsnehmer in Höhe von CHF 77 Millionen (–95%). Der Betriebsaufwand erhöhte sich um 12% auf CHF 1,5 Milliarden. Die operativen Kosten erhöhten sich auf vergleichbarer Basis um 11%. Diese Entwicklung widerspiegelt vor allem die Investitionen in die Produkt- und Wachstumsinitiativen wie das Private-Placement-Life-Insurance-Geschäft, den Ausbau der Vermögensverwaltung in Frankreich, aber auch den Aufbau der Produktfabrik für Variable Annuities in Luxemburg. Dazu kam der Aufwand für die regulatorischen Umstellungen in Deutschland. In der Schweiz konnte die Effizienz gesteigert werden, und die operativen Kosten konnten um weitere 4% gesenkt werden.

Eigenkapital und Embedded Value stabil | Die versicherungstechnischen Rückstellungen reduzierten sich im ersten Halbjahr vor allem währungs- und marktbedingt um 2% auf CHF 119,2 Milliarden. Die von der Swiss Life-Gruppe kontrollierten Vermögen beliefen sich per 30. Juni 2008 auf CHF 137,4 Milliarden (–1%). Das den Aktionären zurechenbare Eigenkapital blieb dank dem ausserordentlichen Beitrag aus den Verkäufen im Vergleich zum Jahresende mit CHF 7,2 Milliarden stabil. Dies trifft auch auf die Gruppensolvabilität zu, die per 30. Juni bei 162% lag. Der Wert von Swiss Life, ausgedrückt im Embedded Value, ging um 2% zurück auf CHF 12,6 Milliarden, was per 30. Juni einem Wert je Aktie von CHF 359 entspricht. Der Wert des Neugeschäfts reduzierte sich gegenüber der Vorjahresperiode leicht auf CHF 55 Millionen. Die Marge auf dem Neugeschäft liegt wie im Vorjahr bei über 15%.

Produkt- und Wachstumsinitiativen erfolgreich vorangetrieben | Swiss Life hat ihre Produkt- und Wachstumsinitiativen konsequent weiter vorangetrieben. Seit August wird in Deutschland das Produkt Swiss Life Champion verkauft. Es ist das erste Variable-Annuity-Produkt aus der Produktfabrik in Luxemburg. Der Standort in Luxemburg ermöglicht Swiss Life, die dort hergestellten Produkte für den ganzen EU-Markt verfügbar zu machen. In Frankreich wurden ebenfalls weitere nicht traditionelle Produkte eingeführt und das Private-Insurer-Konzept über kleinere Akquisitionen und die Erweiterung der Dienstleistungen weiter ausgebaut. Auch in der Schweiz wurde mit Swiss Life VitalityPlus ein weiteres fondsgebundenes Produkt neu aufgelegt, und im Herbst ist der Verkaufsstart einer für den Schweizer Markt neuartigen Fondsrente. Im Bereich der strukturierten Versicherungslösungen für sehr vermögende Privatkunden hat Swiss Life im März zur besseren Erschliessung des asiatischen Markts und zur Diversifikation des Angebots eine Niederlassung in Singapur eröffnet. In der zweiten Jahreshälfte wird für dieses Geschäft auch ein Verkaufsstandort in Dubai eröffnet.