Sehr geehrte Damen und Herren | Die Swiss Life-Gruppe erzielte im Jahr 2007 mit einem Reingewinn von CHF 1368 Millionen das beste Ergebnis ihrer 150-jährigen Geschichte. Bereinigt um den Gewinnbeitrag aus der Reserveauflösung aufgrund einer Gesetzesänderung in den Niederlanden von rund CHF 300 Millionen, belief sich der Gewinn auf CHF 1064 Millionen. Das heisst, dass wir das Gewinnziel für das Jahr 2008 von CHF 1 Milliarde bereits im Jahr 2007 erreicht haben. Die Eigenkapitalrendite betrug 18,1%, und lag damit wie in den vergangenen Jahren über der Marke von 10%. Die erfolgreiche Umsetzung unserer strategischen Schwerpunkte Wachstum, Effizienz und Leadership hat dieses sehr gute Ergebnis – trotz einem gegenüber dem Vorjahr tieferen Finanzergebnis – möglich gemacht.
Vom Betriebsgewinn von CHF 1706 Millionen stammten CHF 650 Millionen aus der Schweiz, CHF 324 Millionen aus Frankreich, CHF 65 Millionen aus Deutschland und CHF 93 Millionen aus dem Investment Management. Der Beitrag der verkauften Einheiten in den Niederlanden und in Belgien zum Betriebsgewinn betrug CHF 471 Millionen, wobei die erwähnte Reserveauflösung davon rund CHF 300 Millionen ausmachte. Die Banca del Gottardo erzielte ein gutes Ergebnis, was sich in einem Segmentergebnis von CHF 168 Millionen niederschlug.
Das erfreuliche Prämienwachstum setzte sich fort. Insgesamt erzielte die Swiss Life-Gruppe ein Prämienvolumen von CHF 24,2 Milliarden, was einem Wachstum gegenüber dem Vorjahr von 10% entspricht. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistete das Schweizer Geschäft. Im Heimmarkt konnten wir unsere führende Marktposition mit einem deutlich überdurchschnittlichen Wachstum des Prämienvolumens von 11% auf CHF 8413 Millionen ausbauen. Einen Wachstumsschub erzielte die Gesellschaft in Liechtenstein, die auf strukturierte Vorsorgelösungen für vermögende Privatkunden spezialisiert ist. Der Prämienanstieg von CHF 646 Millionen im Vorjahr auf CHF 2786 Millionen setzt sich zusammen aus der Übernahme der liechtensteinischen Gesellschaft CapitalLeben, die ab Ende März 2007 voll konsolidiert wurde, und einem weiterhin starken organischen Wachstum. Frankreich weist zwar mit Prämieneinnahmen von CHF 7411 Millionen einen Rückgang von 10% aus, doch bereinigt um die verkauften ERISA-Gesellschaften ergibt sich ein Wachstum von 6%, das über dem Marktwachstum liegt. In Deutschland stieg das Prämienvolumen um 2% auf CHF 2158 Millionen. In den Niederlanden gelang es Swiss Life auch im Berichtsjahr, weitere autonome Pensionskassen zu übernehmen und dadurch die Prämieneinnahmen um 21% auf CHF 2302 Millionen zu steigern. In Belgien und Luxemburg gingen die Prämieneinnahmen aufgrund von Spezialsituationen zurück.
Das sehr gute Gesamtergebnis kam zustande, obwohl das Finanzergebnis aus den auf eigenes Risiko gehaltenen Anlagen mit CHF 4885 Millionen um CHF 422 Millionen bzw. 8% tiefer ausfiel als im Vorjahr. Dies ist auf die negative Entwicklung an den internationalen Finanzmärkten seit Mitte 2007 zurückzuführen. Zwar erhöhten sich die direkten Erträge um 25% auf CHF 4627 Millionen, doch resultierte netto ein Kapitalverlust auf den Vermögenswerten von CHF 218 Millionen, gegenüber einem Nettokapitalgewinn im Vorjahr von CHF 783 Millionen. Die direkten und indirekten Anlagen in minderklassige US- Hypotheken (Subprime Mortgages) belaufen sich insgesamt auf CHF 83 Millionen, was weniger als 0,1% der gesamten Investitionen entspricht. Von der Krise des US-Hypothekenmarktes ist Swiss Life damit nicht direkt betroffen. Wir haben uns aber entschieden, Positionen, die von einer weiteren Verschärfung der aus den Marktturbulenzen entstandenen Liquiditätskrise betroffen sein könnten, zulasten der Jahresrechnung 2007 vollständig abzuschreiben. Der Reingewinn reduzierte sich dadurch um CHF 72 Millionen. Bezüglich Effizienz erzielten wir 2007 weitere Fortschritte. Trotz dem Prämienwachstum von 10% gelang es uns, die operativen Kosten um weitere 2% zu senken. Konsequentes Kostenmanagement hat für uns auch weiterhin hohe Priorität. Für den nächsten Entwicklungsschritt ist Swiss Life solide finanziert. Das den Aktionären zurechenbare Eigenkapital betrug per 31. Dezember 2007 CHF 7277 Millionen. Aufgrund der negativen Entwicklung der unrealisierten Gewinne auf Vermögenswerten lag es damit leicht unter dem Niveau vor Jahresfrist. Die Solvabilitätsquote der Swiss Life-Gruppe belief sich per 31. Dezember 2007 auf 162%.
Das Commitment der Mitarbeitenden hat sich weiter erhöht. Der in der jährlichen Umfrage erhobene Wert für die Arbeitszufriedenheit und Arbeitsidentifikation näherte sich mit dem Anstieg von 73 auf 77 Indexpunkte um weitere vier Punkte dem Ziel von 80. Damit hat sich das Commitment seit der ersten Messung von 2004 um 16 Punkte verbessert. Um diese positive Entwicklung fortzusetzen, haben wir die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für die Mitarbeitenden, vor allem aber auch für die Führungskräfte gezielt erweitert.
Mit den erzielten Fortschritten und den strategischen Weichenstellungen sind wir bereit für den nächsten Wachstumsschub. Die im Jahr 2007 definierten strategischen Stossrichtungen werden dazu führen, dass Swiss Life für Kunden, Aktionäre und Mitarbeitende weiter an Attraktivität gewinnen wird: Wir konzentrieren uns noch konsequenter auf unsere Stärken in der finanziellen Vorsorge. Um noch besser auf die Kundenbedürfnisse eingehen zu können, verstärken wir das Produktmanagement. Mit AWD bauen wir unseren Mehrkanalvertrieb in den bestehenden Märkten weiter aus und erhalten Zugang zu attraktiven Wachstumsmärkten. Die neuen finanziellen Zielsetzungen unterstreichen die Verpflichtung zu profitablem Wachstum und zum effizienten Kapitaleinsatz.
Für mich ist es eine grosse Ehre und Freude, meine Arbeit bei Swiss Life mit einer langfristigen Perspektive fortsetzen zu dürfen. Als Delegierter des Verwaltungsrats werde ich vor allem für die Strategieentwicklung und die Überwachung der Strategieumsetzung verantwortlich sein und eng mit Verwaltungsratspräsident Bruno Gehrig und Group CEO Bruno Pfister zusammenarbeiten.
Für ihren engagierten Beitrag zur positiven Entwicklung von Swiss Life danke ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ganz herzlich. Ich danke auch Bruno Gehrig und den Mitgliedern des Verwaltungsrats für das mir und meinen Kollegen in der Konzernleitung entgegengebrachte Vertrauen und die konstruktive Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren. Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft von Swiss Life geschaffen haben.
Rolf Dörig | Präsident der Konzernleitung