Swiss Life Group
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Risikomanagement Das Risikomanagement ist eine zentrale Aufgabe der Lebensversicherer. Swiss Life verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz. Der Konzern verfügt seit Jahren über ein internes Risikomodell, das im Wesentlichen mit den neuen risikobasierten Solvenzvorschriften in der Schweiz übereinstimmt.

Swiss Life verfolgt im Risikomanagement einen ganzheitlichen Ansatz. Als Basis für alle Prozesse dient eine ökonomische Bewertung. Hinzu kommen weitere für die Risikoentscheidungen relevante Aspekte, in erster Linie statutarische Kriterien wie Solvenz, Jahresabschluss und Anlagebestimmungen. Bei der Risikoanalyse werden auch mögliche Auswirkungen auf das konsolidierte Ergebnis der Gruppe gemäss International Financial Reporting Standards (IFRS) und mögliche Effekte auf Kapitalanforderungen von Rating-Agenturen einbezogen.

Prozess Die Finanzrisikospezialisten am Hauptsitz und die lokalen Einheiten entwickeln gemeinsam die Prinzipien und Messmethoden für das Risikomanagement, die der Verwaltungsrat anschliessend genehmigt. Die verschiedenen Risikoarten werden im Rahmen der Risikopolitik gemessen und kontrolliert. Der Anlage- und Risikoausschuss des Verwaltungsrats bestimmt aufgrund der gegebenen Risikofähigkeit die Risikoneigung des Konzerns. Hieraus werden Limiten für die einzelnen Risikokategorien jeder Gruppengesellschaft abgeleitet. Es ist Aufgabe der zuständigen Teams in den einzelnen Gesellschaften, diese Limiten stets einzuhalten. Ein zentrales System berechnet monatlich die jeweilige Ausschöpfung der Limiten; dieses System steht auch den einzelnen Gesellschaften zur Verfügung.

Der Anlage- und Risikoausschuss des Verwaltungsrats erhält viermal jährlich einen Bericht über die Risikosituation der Gruppengesellschaften sowie der gesamten Gruppe. Der Ausschuss beurteilt die Situation, legt geeignete Massnahmen fest und informiert den Verwaltungsrat.

Neben der Einbindung in den gruppenweiten Risikomanagementprozess stellen die lokal zuständigen Einheiten die Einhaltung der landesspezifischen regulatorischen sowie gesetzlichen Anforderungen sicher. Zudem unterstützen sie das lokale Management in allen Fragen des Risikomanagements.

Marktrisiken Die Messung und Steuerung von Marktrisiken ist für eine Lebensversicherungsgesellschaft essenziell. Swiss Life verpflichtet sich gegenüber Versicherungsnehmern, Versicherungsverträge mit einem garantierten Zins zu erfüllen. Neben den Garantien erwarten die oft langfristig gebundenen Kunden, dass sie von einem Aufwärtstrend der Finanzmärkte in Form von Überschüssen profitieren. In einzelnen Ländern sind die Lebensversicherer per Gesetz dazu verpflichtet, den Versicherungsnehmern einen Mindestanteil des Gewinns in Form von Überschüssen zuzuweisen. Um den garantierten Zins und die erwarteten oder gesetzlich geregelten Überschüsse zu erwirtschaften, kommen auf der Anlageseite geeignete Finanzinstrumente zum Einsatz. Dazu dienen vorwiegend Anleihen oder Anlagen, die – wie Liegenschaften – einen regelmässigen Ertrag erwirtschaften und die Werterhaltung sichern.

Das insgesamt verwaltete Vermögen der Swiss Life-Gruppe belief sich zum 31. Dezember 2006 auf CHF 205,5 Milliarden. Auf das Versicherungsportefeuille entfielen CHF 147,5 Milliarden. Der Hauptanteil (60%) war in Obligationen investiert. Das Engagement in Aktien – bereinigt um die auf Rechnung für Kunden gehaltenen Engagements und unter Berücksichtigung der Absicherungsgeschäfte – belief sich zum Stichtag auf 6,7%. Wie Swiss Life im Dezember 2006 bekannt gegeben hat, kann die Aktienquote der Gruppe künftig über dem bisherigen Zielbereich (0% bis 7%) liegen.

Das Marktrisiko entspricht den Schwankungen an den Finanzmärkten, die den Wert der Kapitalanlagen und der Verpflichtungen beeinflussen. Das Zinsrisiko als Bestandteil des Marktrisikos ergibt sich aus den Zinsschwankungen, die sich auf die Kapitalanlagen und die Verpflichtungen gleichzeitig auswirken.

Durch den Kauf entsprechender Zinsinstrumente, insbesondere Obligationen, lassen sich derartige Zinsrisiken reduzieren, indem die Fälligkeitsstrukturen von Anlagen und Verbindlichkeiten aufeinander abgestimmt werden. Aus Gründen der Diversifikation des Anlageportfolios und der längerfristigen höheren Ertragserwartung investiert Swiss Life auch in andere Anlageformen, zum Beispiel in Aktien, alternative Anlagen oder Anlagen in Fremdwährungen. Das Aktienrisiko vollzieht die Schwankungen an den weltweiten Aktienmärkten nach. Die einzelnen Geschäftseinheiten steuern dieses Risiko durch Anlagelimiten. Das Währungsrisiko umfasst die Schwankungen der Fremdwährungen gegenüber dem Schweizer Franken und wird durch Wechselkursabsicherungsgeschäfte begrenzt.

Neben der Steuerung und Kontrolle in den einzelnen Geschäftseinheiten werden die Marktrisiken auch auf Gruppenstufe konsolidiert und zentral kontrolliert.

Kreditrisiko Der Begriff Kreditrisiko bezeichnet das Risiko, dass eine Gegenpartei ihren Verpflichtungen gegenüber Swiss Life nicht nachkommt. Kreditrisiken treten insbesondere im Rückversicherungsbereich und im Anlagebereich auf. Das können beispielsweise ausbleibende Zinszahlungen bei Obligationen, Darlehen oder Hypotheken sein. Strenge gruppenweite Richtlinien zur Mindestqualität von Schuldnern bezüglich Rating sowie Garantien bei einem Ausfall sollen diese Entwicklung verhindern. Diese Richtlinien enthalten unter anderem individuelle Limiten pro Schuldner, die von der Qualität des Schuldners abhängen.

Die einzelnen Geschäftseinheiten überwachen laufend die Bonität ihrer Schuldner. Um Klumpenrisiken auf Gruppenebene zu vermeiden, fasst das zentrale Risikomanagement-Team die Kreditpositionen auf Gruppenstufe zusammen und limitiert diese nötigenfalls in den einzelnen Einheiten. Bei Kreditgeschäften mit Finanzinstituten bewertet Swiss Life die ausstehenden Positionen regelmässig und fordert Ausgleichszahlungen, falls sie eine vereinbarte Limite überschreiten.

Swiss Life investiert grösstenteils in staatliche Anleihen und Obligationen mit ausgezeichnetem Rating (AAA). Die restlichen Kreditanlagen sind stark limitiert, sodass der Konzern nur ein begrenztes Kreditrisiko eingeht.

Versicherungstechnische Risiken Zu den versicherungstechnischen Risiken zählen Sterblichkeiten, Invalidität und Stornoverhalten. Swiss Life überprüft jährlich die Sterbetafeln und analysiert die Sterblichkeiten. Zur Kontrolle des Invaliditätsrisikos und zur Stabilisierung des Risikoergebnisses nimmt sie neben den Bestandesanalysen auch Auswertungen einzelner Invaliditätsfälle vor. Diese Informationen fliessen in die Tarifierung ein. Die Daten werden zudem für die Bildung angemessener Reserven verwendet, damit Swiss Life die zukünftigen Verbindlichkeiten aus dem Versicherungsgeschäft jederzeit erfüllen kann. Sensitivitätsanalysen quantifizieren das versicherungstechnische Risiko. Sie untersuchen die Wertschwankungen der Verpflichtungen als Folge einer Variation von Risikofaktoren wie Sterblichkeit, Invalidität oder Kosten. Das Stornoverhalten analysiert Swiss Life jährlich mit Vergleichen zwischen angenommenem und tatsächlichem Kundenverhalten.

Operationelle Risiken Die operationellen Risiken umfassen Prozessrisiken, personenbezogene Risiken, Technologie- sowie Betriebsrisiken. Sie entstehen durch Veränderungen im ökonomischen, steuerlichen oder gesetzlichen Umfeld. Zur Vorbeugung operationeller Risiken erfolgt konzernweit periodisch eine Prüfung nach einheitlichen Kriterien. Der konsolidierte Bericht zeigt frühzeitig eventuellen Handlungsbedarf auf.

Risikobasierte Solvenzaufsicht Per 1. Januar 2006 trat das revidierte Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) in Kraft. Die Schweizer Versicherer unterliegen mit dem Schweizer Solvenztest (SST) neuen regulatorischen Anforderungen. Grosse Versicherungsgesellschaften mussten den SST bereits 2006 durchführen. Kleinere Gesellschaften sind ab 2008 verpflichtet, ihre Solvenz nach den neuen risikobasierten Prinzipien zu ermitteln. Swiss Life erfasst im SST das Stammhaus, also das schweizerische Geschäft, sowie die Geschäftstätigkeiten der deutschen, französischen und niederländischen Niederlassungen.

Die Risikokategorien, welche Swiss Life seit mehreren Jahren für ihre ökonomische Risikosteuerung verwendet, stimmen mit den entsprechenden Kategorien des SST überein. Das neue Aufsichtsgesetz fordert auch den Einbezug von operationellen Risiken; diese berücksichtigt das Swiss Life-Modell noch nicht.

Das europäische Solvency-II-Projekt verfolgt ebenfalls das Ziel einer risikobasierten Solvenzaufsicht. Zusammen mit dem Schweizerischen Versicherungsverband (SVV) sowie dem Comité Européen des Assurances (CEA) ist Swiss Life an der Ausgestaltung der Solvency-II-Richtlinien beteiligt. Eine Harmonisierung der Solvency-II-Prinzipien und derjenigen des SST ist für die international tätige Swiss Life-Gruppe von grosser Bedeutung.